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Urteil Obergericht des Kantons Zürich (ZH)

Kopfdaten
Kanton:ZH
Fallnummer:SB170055
Instanz:Obergericht des Kantons Zürich
Abteilung:I. Strafkammer
Obergericht des Kantons Zürich Entscheid SB170055 vom 14.08.2018 (ZH)
Datum:14.08.2018
Rechtskraft:Weiterzug ans Bundesgericht, 6B_97/2019
Leitsatz/Stichwort:gewerbsmässiger Betrug etc.
Schlagwörter : Schuldig; Schuldigte; Beschuldigte; Beschuldigten; Kunden; Recht; Anklage; Betrug; Recht; Urteil; Treuhand; Vermögens; Berufung; Vorinstanz; Geschäft; Täter; Staat; Konto; Betrugs; Schweiz; Erhalte; Staatsanwalt; Gelder; Investor; Handel; Staatsanwaltschaft; Akten
Rechtsnorm:Art. 25 StGB ; Art. 29 StGB ; Art. 146 StGB ; Art. 22 StGB ; Art. 135 StPO ; Art. 399 StPO ; Art. 447 StPO ; Art. 448 StPO ; Art. 454 StPO ; Art. 2 StGB ; Art. 67 StGB ; Art. 34 StGB ; Art. 40 StGB ; Art. 404 StPO ; Art. 194 StPO ; Art. 265 StPO ;
Referenz BGE:143 IV 483; 119 IV 28; 135 IV 76; 107 IV 2; 119 IV 214; 91 IV 130; 130 IV 58; 118 IV 397; 102 IV 79; 106 IVV 295; 122 IV 211; 120 IV 265; 133 IV 76; 134 IV 26; 137 IV 1; 133 IV 9; 132 IV 49; 121 IV 109; 117 IV 186; 113 IV 109; 135 IV 12; 129 IV 322;
Kommentar zugewiesen:
Trechsel, Vest, Praxiskommentar, 3. Auflage, Zürich, 2018
Spühler, Basler Kommentar zur ZPO, Art. 321 ZPO ; Art. 311 ZPO, 2017
Weitere Kommentare:-
Entscheid

Obergericht des Kantons Zürich

I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB170055-O/U/jv

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, Oberrichter lic. iur. B. Gut und Ersatzoberrichterin lic. iur. N. Klausner sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. T. Walthert

Urteil vom 14. August 2018

in Sachen

A. ,

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X.

gegen

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich,

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. P. Pellegrini, Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin

betreffend gewerbsmässiger Betrug etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 19. Dezember 2016 (DG150036)

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 29. September 2015 samt Anhängen (Urk. 18 und 19) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil und Beschluss der Vorinstanz:

(Urk. 81 S. 176 ff.)

Es wird beschlossen:
  1. Das Verfahren betreffend mehrfache mangelnde Sorgfalt bei Finanzgeschäften im Sinne von Art. 305ter Abs. 1 StGB (Anklage Ziffer 192-195) wird eingestellt.

  2. [Mitteilung].

  3. [Rechtsmittel].

Es wird erkannt:

  1. Der Beschuldigte ist schuldig:

    • der Gehilfenschaft zu gewerbsmässigem Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und Abs. 2 StGB

      i.V.m. Art. 25 StGB;

    • der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305 bis Ziff. 1 und Ziff. 2 lit. c StGB;

    • der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB;

    • der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 29 StGB;

    • der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 und Ziff. 2 StGB;

    • des versuchten Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB;

    • der falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.

  2. Der Beschuldigte wird von folgenden Vorwürfen freigesprochen:

    • der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB gemäss den Anklage Ziffern 198 und 201-203;

    • der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB gemäss den Anklage Ziffern 222-233 und 256;

    • der mehrfachen Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung im Sinne von Art. 164 Ziff. 1 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 29 StGB gemäss den Anklage Ziffern 222-233.

  3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 21 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 300.00 als teilweise Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 10. August 2010 sowie als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 20. März 2013.

  4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate, abzüglich 21 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.

  5. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.

  6. Dem Beschuldigten wird für die Dauer von 4 Jahren verboten, die Tätigkeit als Treuhänder und/oder Finanzintermediär selbständig, als Organ einer juristischen Person oder Handelsgesellschaft, als Beauftragter oder als Vertreter eines anderen auszuüben.

  7. Die Zivilklagen der Privatkläger 1-6 werden auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

  8. Die B. wird angewiesen, vom mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom

    13. Oktober 2010 gesperrten Guthaben auf dem Call Account 1, lautend auf C. , den Betrag von EUR 26'633.24 an Dr. D. und Dr. E. , [Adresse], Deutschland, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y. , [Adresse], auszubezahlen.

  9. Im Übrigen werden die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 13. Oktober 2010 gesperrten Guthaben auf den Konten mit der Stamm-Nr. 2 bei der B. , lautend auf C. , zugunsten der Staatskasse eingezogen. Die B. wird angewiesen, diese Guthaben an das Zentrale Inkasso des Obergerichts des Kantons Zürich zu überweisen.

  10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 22. Oktober 2010 beschlagnahmten Guthaben der F. AG im Betrag von CHF 29'417.20 werden zugunsten der Staatskasse eingezogen.

  11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil CHF 400'000.00 zu bezahlen.

  12. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 13. Oktober 2010 gesperrte Guthaben auf dem Sparkonto 3 bei der B. , lautend auf A. , wird zur teilweisen Deckung der Ersatzforderung gemäss Dispositiv-Ziff. 11 verwendet. Die B. wird angewiesen, dieses Guthaben an das Zentrale Inkasso des Obergerichts des Kantons Zürich zu überweisen.

  13. Die anlässlich der Hausdurchsuchung bei C. in G. vom 20. Oktober 2010 sichergestellten 50 Bundesordner (B-Akten) werden auf erstes Verlangen C. herausgegeben. Die Geltendmachung des Herausgabeanspruchs hat innerhalb von drei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zu erfolgen; ansonsten werden die vorgenannten Akten durch die Gerichtskasse vernichtet.

  14. Der anlässlich der Hausdurchsuchung bei C. in G. vom 20. Oktober 2010 sichergestellte Computer sowie das ebenfalls sichergestellte Notebook (lagernd bei der Asservaten-Triage der Kantonspolizei Zürich, Zeughausstr. 11, 8004 Zürich, Geschäfts-Nr. 51948904 und 0043-2015) werden auf erstes Verlangen C. herausgegeben. Die Geltendmachung des Herausgabeanspruchs hat innerhalb von drei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zu erfolgen; ansonsten werden die vorgenannten Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.

  15. Der anlässlich der begleiteten Edition bei der H. AG in I. vom 3. November 2010 sichergestellte Bundesordner (1/69, Buchhaltung F._ AG 2009/2010; bei den Akten, Schachtel 13) wird auf erstes Verlangen der H. AG herausgegeben. Die Geltendmachung des Herausgabeanspruchs hat innerhalb von drei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zu erfolgen; ansonsten werden die vorgenannten Akten durch die Gerichtskasse vernichtet.

  16. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

    CHF 20'000.00; die weiteren Kosten betragen: CHF 63'000.00 Gebühr für das Vorverfahren; CHF 5'347.80 Auslagen Vorverfahren;

    CHF 2'706.15 Auslagen Kantonspolizei Zürich. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

  17. Rechtsanwalt Dr. iur. X. wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger aus der Gerichtskasse mit CHF 110'000.00 (inkl. 8% MwSt.) entschädigt.

  18. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.

  19. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

  20. Dem Beschuldigten wird weder eine Entschädigung noch eine Genugtuung zugesprochen.

  21. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 7 für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von CHF 3'541.30 (inkl. 8% MwSt.) zu bezahlen.

  22. Weitere Entschädigungen an die Privatkläger 1-6 werden nicht zugesprochen.

  23. [Mitteilung].

  24. [Rechtsmittel].

Berufungsanträge:

  1. Der Verteidigung des Beschuldigten: (Urk. 120 S. 2 f.)

    1. Ziffer 1. (Schuldspruch) des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon (DG150036-M) sei insofern aufzuheben, als der Beschuldigte / Berufungskläger

      • der Gehilfenschaft zu gewerbsmässigem Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 25 StGB;

      • der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305 bis Ziff. 1 und Ziff. 2 lit. c StGB;

      • der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB (im Zusammenhang mit Teil 1 der Anklage);

      • der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB i.V.m.

        Art. 29 StGB;

      • des versuchten Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m.

        Art. 22 Abs. 1 StGB; schuldig gesprochen wurde.

    2. Der Beschuldigte / Berufungsklage sei neu ausschliesslich

      • der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB (im Zusammenhang mit Teil 2 der Anklage Fall J. );

      • der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 und 2 und Ziff. 2 StGB (im Zusammenhang mit Teil 2 der Anklage Fall J. );

      • der falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (im Zusammenhang mit Teil 3 der Anklage Fall K. )

        schuldig zu sprechen.

    3. Ziffer 3., 4. und 5. (Strafzumessung) des Dispositivs Urteils des Bezirksgerichts Dietikon (DG150036-M) seien aufzuheben. Der Beschuldigte / Berufungskläger sei neu mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 200 als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 20. März 2013 zu verurteilen. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf 2 Jahre festzusetzen.

    4. Ziffer 6. (Berufsverbot) des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon (DG150036-M) sei aufzuheben.

    5. Ziffer 11. und 12. (Anordnung von Massnahmen) des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon (DG150036-M) seien aufzuheben. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 13. Oktober 2010 gesperrte Guthaben auf dem Sparkonto 3 bei der B. , lautend auf den Beschuldigten/Berufungskläger, sei freizugeben.

    6. Ziffer 18. (Kostenfolgen) des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon (DG150036-M) sei aufzuheben. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens seien dem Beschuldigten / Berufungskläger neu anteilig aufzuerlegen.

    7. Ziffer 19. (Kostenfolgen) des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon (DG150036-M) sei aufzuheben, insofern eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten bleibt. Rechtsanwalt Dr. X. sei zu gegebener Zeit Frist zu Einreichung der Kostennote für das Berufungsverfahren anzusetzen und gemäss gerichtlichem Ermessen zu entschädigen.

    8. Ziff. 20. des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon (DG150036-M) sei aufzuheben. Der Beschuldigte / Berufungskläger sei für die Aufwendungen für die anwaltliche Vertretung bis zur Einsetzung

      von Rechtsanwalt Dr. X.

      als amtlicher Verteidiger mit CHF xx

      [nach gerichtlichem Ermessen ] zu entschädigen.

    9. Ziff. 21. des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon (DG150036-M) (Entschädigung des Privatklägers 7) sei neu zu bestätigen.

  2. Der Staatsanwaltschaft: (Urk. 135 S. 2)

    1. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft sei gutzuheissen.

    2. In Abänderung von Dispositiv Ziff. 1 des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon sei der Beschuldigte des gewerbsmässigen Betrugs (in Mittäterschaft anstatt Gehilfenschaft) schuldig zu sprechen.

    3. In Abänderung von Dispositiv Ziff. 2 des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon sei der Beschuldigte der Gläubigerschädigung durch Vermö- gensminderung und der ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Anklage Ziff. 222 - 233 betreffend Fahrzeug Tuareg schuldig zu sprechen.

    4. In Abänderung von Dispositiv Ziff. 2 des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon sei der Beschuldigte der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Anklage Ziff. 198 und 201 - 203 schuldig zu sprechen.

    5. In Abänderung von Dispositiv Ziff. 3 - 5 des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon sei der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren (42 Monate) zu bestrafen, wovon 21 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.

    6. In Abänderung von Dispositiv Ziff. 6 des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon sei dem Beschuldigten für die Dauer von 5 Jahren zu verbieten, die Tätigkeit als Treuhänder und/oder Finanzintermediär selbstän- dig, als Organ einer juristischen Person oder Handelsgesellschaft, als Beauftragten oder Vertreter eines anderen auszuüben.

    7. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.

    8. Die Berufung des Beschuldigten A. sei vollumfänglich abzuweisen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorgeschichte/Ausgangslage 11

  2. Prozessuales 12

    1. Einleitung und Verfahrensgang 12

    2. Anwendbares Recht 14

    3. Umfang der Berufung 16

    4. Schriftliches Berufungsverfahren/reformatio in peius 18

    5. Verwertbarkeit von Beweismitteln 19

    6. Aktenordnung/Zitate 21

    7. Aufbau des Urteils 21

  3. Teil 1: Betrug 22

    1. Vorbemerkungen 22

    2. Rechtliche Grundlagen und Vorbemerkungen 25

    3. Vom Beschuldigten getätigter Zahlungsverkehr 34

    4. Beendigung des Betrugsdelikts C. s 37

    5. Bestrittener objektiven Sachverhalt 39

    6. Die Vorstellung des Beschuldigten gemäss eigener Darstellung 42

    7. Rückschlüsse aus den Abläufen und Umständen auf das Wissen und Wollen des Beschuldigten 45

    8. Gewerbsmässigkeit 120

    9. Zwischenfazit 120

  4. Teil 1: Geldwäscherei 120

    1. Vorbemerkungen 120

    2. Rechtliche Grundlagen 121

    3. Abgrenzung zwischen dem Betrug als Vortat und der Geldwäscherei . 123 V. Teil 1: Urkundenfälschung 125

  1. Vorbemerkungen 125

  2. Dokumente für die B. (Anklageziffer 198-200) 126

  3. Dokumente für die AV. (Schweiz) AG (Anklageziffer 201-203) ... 131

  4. Dokumente für die AW. Bank (Anklageziffer 204-206) 137

  5. Zwischenfazit 140

  1. Teil 1: Misswirtschaft 140

    1. Argumentation der Vorinstanz 140

    2. Einwände des Beschuldigten 141

    3. Tatbestand der Misswirtschaft 142

    4. Situation der F. AG 143

    5. Pflichtverletzungen des Beschuldigten 145

  2. Teil 1: Ungetreue Geschäftsbesorgung / Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung 148

    1. Standpunkt der Anklagebehörde 148

    2. Standpunkt des Beschuldigten 149

    3. Würdigung 149

  3. Teil 3: Versuchter Betrug (AA. AG) 152

    1. Ausgangslage 152

    2. Rechtliche Würdigung 153

  4. Zwischenergebnis Schuldpunkt 155

  5. Sanktion 155

    1. Ausgangslage 155

    2. Vorgehen bei Deliktsmehrheit 156

    3. Bewertung der Tatkomponenten der falschen Anschuldigung 159

    4. Bewertung der Tatkomponenten der Gehilfenschaft zum gewerbsmässigen Betrug von C. und der in diesem Zusammenhang erfolgten mehrfachen Urkundenfälschungen 161

    5. Bewertung der Tatkomponenten der Misswirtschaft 164

    6. Bewertung der Tatkomponenten der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung und der in diesem Zusammenhang erfolgten mehrfachen Urkundenfälschungen (J. AG) 166

    7. Gesamtstrafe aufgrund der Tatkomponenten 167

    8. Täterkomponente 167

    9. Tatund täterunabhängige Strafzumessungskomponenten 170

    10. Auszufällende Strafe 172

  6. Vollzug 172

    1. Gesetzliche Vorgaben 172

    2. Würdigung 173

    3. Ergebnis 174

  7. Berufsverbot 175

    1. Vorbemerkungen 175

    2. Gesetzliche Vorgaben 175

    3. Würdigung 176

  8. Ersatzforderung und Einziehung eines Bankguthabens 177

    1. Vorbemerkungen 177

    2. Rechtliche Vorgaben 178

    3. Würdigung 179

  9. Kostenund Entschädigungsfolgen 180

    1. Kostenund Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens . 180

    2. Kostenund Entschädigungsfolgen des Berufungsverfahrens 180

      Erwägungen:

      1. Vorgeschichte/Ausgangslage

        Ende 2007 lernte der als Notar ausgebildete und seit 2003 als selbständiger Treuhänder tätige Beschuldigte in geschäftlichem Zusammenhang C. kennen. Letzterer gab vor, Abkömmling einer deutschen Industriellendynastie und Milliardär zu sein, ein jährliches Einkommen von EUR 150 Mio. zu erzielen und zusammen mit seiner Partnerin L. , geschiedene Ehefrau des Inhabers des M. -Konzerns und ebenfalls Milliardärin, das Vermögen der M. - Stiftung zu verwalten (Urk. 110002 ff., Urk. 111002 ff.).

        Der Beschuldigte und C. planten zunächst eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Schmutzwasseraufbereitung. Zu diesem Zweck wurden die N. [drei Buchstaben] (= A. C. O. ) P. AG in der Schweiz und die N. P. GmbH in Deutschland gegründet.

        Bereits Anfang 2009 hatte C.

        zunächst in Zusammenarbeit mit dem

        Rechtsanwalt und Notar O.

        damit begonnen, in Deutschland Kunden für

        angeblich lukrative Geldanlagen zu gewinnen. Er köderte diese, wie auch den Beschuldigten, mit den eingangs wiedergegebenen (unwahren) Angaben zu seinem eigenen Reichtum, aber auch mit erfundenen Geschichten zu seiner Erfahrung und seinen Erfolgen in Tradinggeschäften, zu seiner risikolosen, aber hoch profitablen Methode für Geldanlagen sowie zu einem hundertprozentigen Kapitalschutz in Form eines hinterlegten Wertpapiers der Q. [Bank]. Dass O. noch im gleichen Jahr in Deutschland in ein Strafverfahren verwickelt wurde, veranlasste C. , seine angebliche Geschäftstätigkeit mit den Kundengeldern in die Schweiz zu verlegen und hierfür ab Ende August 2009 mit dem Beschuldigten zusammen zu arbeiten. Der Beschuldigte hatte für C. als Finanzintermediär zu wirken und im Wesentlichen verschiedene, zum Teil eigens zu diesem Zweck eröffnete Bankkonten, für welche nur er (der Beschuldigte) selbst zeichnungsbefugt war, zur Verfügung zu stellen. Nebst der Besorgung von administrativen Tä- tigkeiten nahm der Beschuldigte auf diesen Konten für die Vermögensanlage gedachte Gelder der Kunden von C. in Höhe von umgerechnet mehreren Millionen Franken entgegen und führte die von C. in Auftrag gegebenen Zahlungen, namentlich Renditeund Kapitalrückzahlungen an Kunden sowie Überweisungen an C. , seine Partnerin und für den Geschäftsbetrieb der

        N.

        P.

        AG und GmbH aus. Da die entgegen genommenen Kundengelder mehrheitlich gar nie angelegt wurden, im Übrigen nur Verluste resultierten und C. auch keine anderen Vermögensanlagen getätigt hatte, aus welchen Gewinne und damit Renditen an die Kunden hätten fliessen können, waren sie in wenigen Monaten praktisch vollständig erschöpft.

      2. Prozessuales
  1. Einleitung und Verfahrensgang

    1. Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, Wirtschaftsdelikte (fortan Anklagebehörde), eröffnete im November 2012 unter anderem aufgrund mehrerer Strafanzeigen von zu Verlust gekommenen Kunden C. s aus dem Zeitraum September 2010 bis Juli 2011 (Urk. 020001 ff.) das vorliegende Strafverfahren gegen den Beschuldigten (Urk. 010001). In dessen Verlauf wurde die Untersuchung aufgrund neuer Verdachtsmomente laufend erweitert.

    2. Am 29. September 2015 erhob die Anklagebehörde beim Bezirksgericht Dietikon Anklage (Urk. 011001-111149 bzw. Urk. 18 und 19), worauf die erstinstanzliche Hauptverhandlung am 18. November 2016 stattfand (Prot. I S. 8). Am

      19. Dezember 2016 wurden der vorstehend wiedergegebene Beschluss sowie das Urteil gefällt und den Parteien schriftlich je im Dispositiv eröffnet (Urk. 65). In der Folge meldeten am 23. Dezember 2016 der Beschuldigte (Urk. 66) und am

      27. Dezember 2016 der Privatkläger R.

      (Urk. 67; jeweils Datum des Poststempels) fristgerecht gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO Berufung an. Die am

      24. Januar 2017 versandte begründete Fassung des erstinstanzlichen Entscheides wurde vom Verteidiger des Beschuldigten sowie von der Anklagebehörde und vom Vertreter der betroffenen Dritten Dres. D. und E. am 25. Januar 2017, vom Vertreter des Privatklägers 1, R. , am 26. Januar 2017 und von

      der Privatklägerin 3, S. (Urk. 80/1-4; Urk. 108).

      BV, am 18. April 2017 in Empfang genommen

    3. Am 8. Februar 2017 (Poststempel) und damit innert der zwanzigtägigen Frist gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO ging die Berufungserklärung des Beschuldigten ein; gleichzeitig verlangte er die Durchführung des schriftlichen Berufungsverfahrens (Urk. 83). Mit Schreiben vom 13. Februar 2017 erklärte der Privatkläger R. , die von ihm erhobene Berufung zurückzuziehen (Urk. 86). Die Anklagebehörde wiederum erhob mit Eingabe vom 27. März 2017 (Poststempel) uneingeschränkt Anschlussberufung (Urk. 93) und erklärte, nachdem sie zunächst schriftlich mitgeteilt hatte, einer Durchführung des schriftlichen Verfahrens nicht zuzustimmen, auf nochmalige telefonische Anfrage ihr Einverständnis damit (vgl. Urk. 92, Urk. 95 und Urk. 96). Von Seiten der Privatklägerschaft wurde keine Anschlussberufung erhoben und ebenso wenig gegen die schriftliche Durchführung des Berufungsverfahrens opponiert (vgl. Urk. 89 und Urk. 90). Mit Beschluss vom

      11. April 2017 wurde daher angeordnet, das Berufungsverfahren schriftlich durchzuführen, und dem Beschuldigten Frist zur Stellung und Begründung der Berufungsanträge sowie für allfällige Beweisanträge anzusetzen (Urk. 98).

    4. Innert zweimal erstreckter Frist erstattete der Beschuldigte mit Eingabe vom 30. August 2017 die entsprechende Rechtsschrift (Urk. 114, Urk. 116 und Urk. 120). Zuvor war mit Beschluss vom 7. Juli 2017 auf Ersuchen der Privatkläger Dres. D. und E. festgestellt worden, dass Ziffer 8 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon vom 19. Dezember 2016 in Rechtskraft erwuchs. Gleichzeitig wurde der Rückzug der Berufung des Privatklägers R. vorgemerkt (Urk. 118).

    5. Mit Präsidialverfügung vom 1. September 2017 wurde der Anklagebehörde und den Privatklägern Frist zur Einreichung ihrer Berufungsantwort und ihrer Anschlussberufungsbegründung angesetzt (Urk. 122). Gleichzeitig erhielt die Vorinstanz Gelegenheit zur freigestellten Vernehmlassung zur Berufungserklärung, worauf diese ihren Verzicht erklärte (Urk. 124). Nach zweimaliger Fristerstreckung (Urk. 129; Urk. 133) reichte die Anklagebehörde am 4. Dezember 2017 ihre Berufungsantwort und Anschlussberufung ein (Urk. 135).

    6. Am 6. Dezember 2017 wurde der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um Aktenstücke, auf welche in der Anschlussberufungsbegründung Bezug genommen wurde, aber nur in gescannter, d.h. auf einem Datenträger gespeicherten Form vorhanden waren, schriftlich einzureichen. Ihre entsprechende Eingabe samt Beilagen datiert vom 18. Dezember 2017 (Urk. 139 - 143). Nach deren Eingang erhielten der Beschuldigte und die Privatkläger Gelegenheit zur Stellungnahme zur Anschlussberufung sowie die Vorinstanz zur Vernehmlassung (Urk. 144). Letztere erklärte am 3. Januar 2018 wiederum ihren Verzicht (Urk. 146). Auf entsprechendes Ersuchen (Urk. 147) wurde dem Verteidiger des Beschuldigten, Dr. iur. X. , mit Präsidialverfügung vom 15. Januar 2018 eine Akontozahlung in Höhe von Fr. 38'387.41 für seine bisherigen Bemühungen ausgerichtet (Urk. 149).

    7. Die Anschlussberufungsantwort des Beschuldigten datiert vom 27. März 2018 (Urk. 160). Die Anklagebehörde nahm innert erstreckter Frist mit Eingabe vom 18. Mai 2018 hierzu Stellung (Urk. 175). Der Beschuldigte liess sich innert erstreckter Frist mit Eingabe vom 16. Juli 2018 erneut vernehmen (Urk. 185). Weitere Stellungnahmen gingen hernach nicht mehr ein (Urk. 187 und 188)

  2. Anwendbares Recht

    1. Prozessrecht

      1. Am 1. Januar 2011 trat die schweizerische Strafprozessordnung vom

        5. Oktober 2007 (StPO) in Kraft. Im vorliegenden Strafverfahren sind mutmassliche Delikte aus den Jahren 2009 und 2010 zu beurteilen. Der vorinstanzliche Endentscheid erging am 19. Dezember 2016.

      2. Gemäss Art. 447 StPO werden Strafprozesse, welche bei Inkrafttreten dieses Gesetzes bereits hängig waren, grundsätzlich nach neuem Recht weitergeführt. Allerdings behalten Verfahrenshandlungen, die vor Inkrafttreten der StPO angeordnet oder durchgeführt worden sind, ihre Gültigkeit (Art. 448 Abs. 1 und 2 StPO). Neues Recht gilt zudem für Rechtsmittel gegen erstinstanzliche Entscheide, die nach Inkrafttreten der StPO gefällt wurden (Art. 454 StPO).

      3. Für die Beurteilung der Berufung des Beschuldigten und der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft ist daher grundsätzlich das neue Prozessrecht (StPO) anwendbar, wobei für Fragen betreffend Gültigkeit von Verfahrenshandlungen, die vor Inkrafttreten der StPO stattfanden, das alte kantonale Prozessrecht, mithin die bis Ende 2010 gültige Fassung der zürcherischen Strafprozessordnung (StPO ZH) massgebend ist.

    2. Materielles Recht

      1. Gemäss Art. 2 StGB wird ein Straftäter grundsätzlich nach demjenigen Recht beurteilt, das bei Begehung der Tat in Kraft war. Jedoch ist eine zwischen der Tatbegehung und der gerichtlichen Beurteilung in Kraft getretene Revision zu berücksichtigen, wenn das neue Recht das mildere ist. Unter dem Begriff Beurteilung ist die Fällung eines Sachurteils zu verstehen, selbst wenn es sich nicht um das erste Urteil handelt, weil es beispielsweise im Berufungsverfahren ergeht (Trechsel/Vest, in Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Auflage, Zürich/St. Gallen 2018, Art. 2 N 7).

      2. Seit den dem Beschuldigten vorgeworfenen Ereignissen wurden zunächst am 1. Januar 2014 die Verjährungsbestimmungen des allgemeinen Teils des Strafgesetzbuchs revidiert. Insbesondere wurde die Verjährungsfrist für Vergehen, die mit einer Höchststrafe von 3 Jahren bedroht sind von sieben auf zehn Jahre angehoben (aArt. 97 Abs. 1 lit. c StGB und Art. 97 Abs. 1 lit. c StGB). Mithin erweist sich die alte Verjährungsbestimmung (7 Jahre) als die mildere, was die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat (Urk. 81 S. 11 f.). Sollte die vorliegende Beurteilung ergeben, dass eine Strafbestimmung mit entsprechender Strafandrohung zur Anwendung kommt, wäre die Verjährung gemäss diesen Prämissen zu prüfen.

      3. Eine weitere für die vorliegende Beurteilung relevante Gesetzesrevision betrifft die per 1. Januar 2015 erfolgte Neuregelung des Tätigkeitsverbots in Art. 67 StGB. Gemäss den wiederum zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid erweist sich die alte, bis zum 31. Dezember 2014 in Kraft stehende

        Fassung als die mildere (Urk. 81 S. 155 f.), weshalb gegebenenfalls diese anzuwenden wäre.

      4. Soweit gegen den Beschuldigten eine Strafe auszusprechen ist, was angesichts der im Berufungsverfahren gestellten Anträge bereits feststeht, ist sodann auf die am 1. Januar 2018 in Kraft getretene Revision der Bestimmungen des allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches, das neue Sanktionenrecht und dort insbesondere auf die Verkürzung der Maximaldauer der Geldstrafe von 360 auf 180 Tagessätze (Art. 34 Abs. 1 StGB) und die Wiedereinführung der kurzen Freiheitsstrafen (Art. 40 Abs. 1 StGB), hinzuweisen. Soweit sich die erfolgten Änderungen im Rahmen der Strafzumessung als für den Beschuldigten ungünstiger erweisen sollte, wird die Beurteilung daher ebenfalls gemäss dem alten Recht erfolgen müssen.

  3. Umfang der Berufung

    1. Vorab ist der Klarheit halber festzuhalten, dass die Verteidigung des Beschuldigten in ihrer schriftlichen Begründung der Berufung nicht an allen in der Berufungserklärung als angefochten bezeichneten Punkten festhielt. Anstelle des zunächst verlangten vollumfänglichen Freispruchs (Urk. 83 S. 3) akzeptiert sie eine Verurteilung wegen mehrfacher Urkundenfälschung und wegen mehrfacher qualifizierter Veruntreuung bezüglich des Falles J. und der falschen Anschuldigung bezüglich des Falles K. (Urk. 120 S. 2).

    2. Somit ist aufgrund der eingangs wiedergegebenen Anträge des Verteidigers des Beschuldigten sowie der Staatsanwaltschaft und angesichts des Verzichts der Privatkläger auf Erhebung von Rechtsmitteln wie auch in Anbetracht des bereits erfolgten Rückzugs angemeldeter Rechtsmittel festzuhalten, dass der Beschluss und folgende Dispositiv-Ziffern des vorinstanzlichen Urteils vom

      19. Dezember 2016 akzeptiert bzw. nicht angefochten wurden:

      Beschluss:

      • Nichteintreten auf den Vorwurf der mehrfachen mangelnden Sorgfalt bei Finanzgeschäften (Anklageziffer 192-195)

        Urteil:

      • Dispositivziffer 1, Bindestrich 3, 5 und 7 (Schuldsprüche betreffend mehrfache Urkundenfälschung hinsichtlich Teil 2 der Anklage [J. AG] sowie betreffend mehrfache qualifizierte Veruntreuung [J. AG] und betreffend falsche Anschuldigung)

      • Dispositivziffer 7 (Verweis der Zivilklagen der Privatkläger 1 - 6 auf den Weg des Zivilprozesses)

      • Dispositivziffer 8 (Anweisung an B. [Rechtskraft bereits mit Beschluss vom 7. Juli 2017 festgestellt])

      • Dispositivziffer 9 (Einziehung gesperrter Guthaben und Anweisung an die B. zur Überweisung an das Zentrale Inkasso)

      • Dispositivziffer 10 (Einziehung der Guthaben der F. AG)

      • Dispositivziffern 13 bis 15 (Herausgabe von 50 Bundesordnern (B-Akten), eines Computers und eines Notebooks an C. sowie eines Bundesordners mit der Buchhaltung der F. an die H. AG)

      • Dispositivziffer 16 (Festsetzung der Gerichtskosten)

      • Dispositivziffer 17 (Entschädigung des amtlichen Verteidigers)

      • Dispositivziffer 21 (Entschädigung des Privatklägers 7 K. )

      • Dispositiv-Ziffer 22 (keine weiteren Entschädigungen an Privatkläger 1 - 6).

    3. Diese Teile des vorinstanzlichen Entscheids sind rechtskräftig geworden, was vorzumerken ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). Im Übrigen ist das Urteil nachfolgend zu überprüfen.

  4. Schriftliches Berufungsverfahren/reformatio in peius

    1. Der Beschuldigte liess den Antrag um schriftliche Durchführung des Berufungsverfahren stellen, und die Anklagebehörde erklärte sich letztlich damit einverstanden (Urk. 83; Urk. 92; Urk. 95; Urk. 96). Mangels Einwendungen der Privatkläger wurde mit Beschluss vom 11. April 2017 das schriftliche Verfahren angeordnet (Urk. 98).

    2. Die Verteidigung macht in ihrer Anschlussberufungsantwort geltend, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine Abänderung des erstinstanzlichen Urteils im Berufungsverfahren zum Nachteil der beschuldigten Person nur nach Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung möglich sei. Nachdem im vorliegenden Prozess das schriftliche Verfahren angeordnet worden sei, sei eine reformatio in peius unzulässig. Aus diesem Grund sei weder eine härtere rechtliche Qualifikation eines der Sachverhalte, noch ein Schuldspruch, wo die erste Instanz einen Freispruch ausgefällt habe, noch eine Verschärfung der Sanktion zulässig (Urk. 160 S. 10, S. 11 und S. 12).

    3. Die Verteidigung nimmt dabei Bezug auf das Bundesgerichtsurteil BGE 143 IV 483 E. 2.2.1. (recte E. 2.1.2.). Das Bundesgericht zählt in diesem Urteil auf, unter welchen (alternativen) Voraussetzungen gemäss nationalem Prozessrecht sowie gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK ausnahmsweise schriftliche Berufungsverfahren zulässig seien. Die zitierte bundesgerichtliche Erwägung ist so zu verstehen, dass unter anderen in Situationen, in welchen eine reformatio in peius ausgeschlossen ist, die Durchführung des schriftlichen Verfahrens gerechtfertigt erscheinen kann. Dass sich aber just wegen der Anordnung des schriftlichen Verfahrens eine Abänderung des berufenen Urteils zum Nachteil eines Beschuldigten verbietet, lässt sich aus den Ausführungen des Bundesgerichts nicht ableiten. Im Gegenteil hielt das Bundesgericht in einem früheren Urteil fest, alleine die Tatsache, dass das Berufungsgericht einen erstinstanzlichen Freispruch aufhebe und den Beschuldigten ohne persönliche Anhörung verurteile, stelle für sich gesehen noch keine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK dar; vielmehr seien auch insoweit die gesamten Umstände entscheidend (BGer Urteil 6B_362/2012 vom 29. Oktober 2012 E. 7.3.1.).

    4. Vor diesem Hintergrund und zumal das schriftliche Verfahren auf ausdrücklichen Wunsch des Beschuldigten angeordnet wurde - und dies auch erst, nachdem die Anschlussberufung der Anklagebehörde bereits erhoben war -, bleibt eine Abänderung des erstinstanzlichen Urteils zum Nachteil des Beschuldigten möglich. Die Verteidigung wurde bereits telefonisch über diese Auffassung orientiert (Urk. 166).

    5. Ein Grund, auf die gestützt auf Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO erfolgte Anordnung des schriftlichen Verfahrens zurückzukommen, besteht nicht. Es ist daher keine mündliche Berufungsverhandlung durchzuführen. Das schriftliche Verfahren des Berufungsgerichts ist gemäss Art. 69 Abs. 3 lit. c StPO nicht öffentlich.

  5. Verwertbarkeit von Beweismitteln

    1. Der Beschuldigte war bereits in seiner ersten Einvernahme verteidigt (vgl. Urk. 110001) und wurde immer in Begleitung seines amtlichen Verteidigers befragt. Die Einvernahmen von Zeugen bzw. Privatkläger wurden (delegiert) durch die Kantonspolizei oder durch die Anklagebehörde sowie in zwei Fällen rechtshilfeweise durch das Amtsgericht Bochum in Anwesenheit des Verteidigers des Beschuldigten durchgeführt (z.B. Urk. 130003, Urk. 132001, Urk. 134001 oder Urk. 136001). Bei allen Befragungen erfolgten die gesetzlich notwendigen Hinweise und Belehrungen gemäss der jeweils anwendbaren Prozessordnung. Diese Beweismittel können ohne Weiteres verwertet werden.

    2. Zahlreiche der sich in den Untersuchungsakten befindenden Unterlagen und elektronischen Daten (vgl. dazu namentlich Urk. 090001 und 980001) stammen aus dem Beizug von Akten bei verschiedenen Behörden im Sinne von Art. 194 StPO und Editionen gestützt auf § 96, § 103 ZH-StPO, Art. 263 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit Art. 265 StPO und z.T. mit Art. 47 Abs. 5 Bankengesetz. Diese Unterlagen sind verwertbar.

    3. Ferner befinden sich Urkunden aus in Deutschland geführten Strafverfahren der Staatsanwaltschaft bzw. des Landgerichts Düsseldorf (Urk. 830098 ff.), darunter Protokolle von Einvernahmen des Beschuldigten (z.B. Urk. 830173 ff.),

      sowie der Staatsanwaltschaft Bochum (Urk. 840001 ff.; Urk. 820164; 6 separate Bundesordner) in den vorliegenden Akten. Sie wurden der Anklagebehörde in Nachachtung von zwei gestützt auf das Europäische Übereinkommen über die gegenseitige Rechtshilfe in Strafsachen (EUeR) sowie das zugehörige Zusatzprotokoll bzw. den zugehörigen Zusatzvertrag und auf das Übereinkommen Nr. 141 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Beschlagnahme und Einziehung von Erträgen aus Straftaten gestellten Rechtshilfeersuchen vom 23. August 2013 (Urk. 850156), vom 5. Juni 2015 (Urk. 820172), vom 19. August 2015

      (Urk. 830087) und vom 14. September 2015 (Urk. 830094) eingereicht. Die Akten der Staatsanwaltschaft Bochum bildeten die Grundlage für die Verurteilung von O. und C. in Deutschland wegen des auch vorliegend zur Diskussion stehenden Geschäftskonstrukts. Die Akten des Landgerichts Düsseldorf betreffen die Verurteilung des Beschuldigten wegen der Angelegenheit T. in Deutschland. Der Beschuldigte war anlässlich der in seinem deutschen Verfahren durchgeführten Befragungen - soweit sie hier interessieren könnten - verteidigt, er wurde über den Tatvorwurf und sein Aussageverweigerungsrecht belehrt (vgl. etwa Urk. 830173). Die deutschen Verfahren wurden nach rechtsstaatlichen Grundsätzen geführt. Soweit die Teilnahmerechte des Beschuldigten bei Befragungen gewahrt wurden, spricht nichts gegen eine Verwertung dieses Aktenmaterials.

    4. Schliesslich zog die Anklagebehörde 9 Bundesordner Akten zu C. und N. P. AG bei, welche von der Bundesanwaltschaft bei einer auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf im Verfahren gegen U. , V. und den Beschuldigten (T. ) rechtshilfeweise durchgeführten Haus-

      durchsuchung bei der Firma W.

      AG sichergestellt worden waren

      (Urk. 091012 ff.; Urk. 400001 ff.). Der Beschuldigte bestätigte letztlich, dass es sich um seine Handakten handle, welche er beiseite geschafft habe, als C. unberechenbar geworden sei (Urk. 114003 f.). Auch diese Unterlagen dürfen verwertet werden.

  6. Aktenordnung/Zitate

    1. Die Untersuchungsakten befinden sich in Bundesordnern, deren Inhalt durchgehend paginiert wurde.

    2. Betreffend den Komplex C. existieren einerseits 47 blaue Bundesordner mit A-Akten. Auf diese wird im Folgenden schwergewichtig abgestellt. Aus den ebenfalls zu diesem Komplex gehörenden B-Akten (bestehend aus weiteren 50 Bundesordner) wird im vorliegenden Urteil nicht zitiert. Soweit aus weiteren, beigezogenen Akten der Staatsanwaltschaft Bochum (5 schwarze und 1 oranger Bundesordner) zitiert wird, ist dies speziell deklariert.

    3. Was den Komplex J. anbelangt, befinden sich die Untersuchungsakten in 4 gelben Bundesordner mit ebenfalls paginiertem Inhalt. Soweit im Rahmen der Strafzumessung auf diesen Komplex Bezug genommen wird, beziehen sich die Zitatstellen auf diese Urkunden.

    4. Die Untersuchungsakten betreffend den Komplex AA. AG/ K. sind in einem separaten weissen Bundesordner zu finden. Soweit im Rahmen der Sachverhaltserstellung und der Strafzumessung auf diesen Komplex Bezug genommen wird, betreffen die Zitatstellen diese Urkunden.

  7. Aufbau des Urteils

Das vorliegende Urteil orientiert sich im Aufbau am erstinstanzlichen Entscheid, soweit dieser angefochten wurde. Mithin folgt eine Auseinandersetzung mit dem Schuldpunkt, der sich in Teil 1 - Betrug, Geldwäscherei, Urkundenfälschung, Misswirtschaft und Teil 3 - Betrug aufteilt. Anschliessend folgen Erwägungen zur Sanktion, zum Vollzug, zum Berufsverbot, zur Ersatzforderung und Einziehung eines Bankguthabens sowie zu den Kostenund Entschädigungsfolgen.

III. Teil 1: Betrug
  1. Vorbemerkungen

    1. Unstrittig bzw. vom Beschuldigten ausdrücklich anerkannt (Urk. 53 N 106-

      112) ist das in Teil 1, Abschnitt B der Anklage dargelegte Verhalten und Handeln C. s und die rechtliche Würdigung von dessen Haupttat als gewerbsmässigen Betrug (Urk. 53 N 128; Urk. 120 N 9).

    2. Ganz kurz zusammengefasst nahm C. unter Vorgabe der eingangs beschriebenen frei erfundenen Legende über seinen privaten und beruflichen Hintergrund sowie seine finanziellen Verhältnisse Gelder von den in der Anklage erwähnten, durch ihn angeworbenen Kunden entgegen, ohne die vereinbarten Zusicherung gemäss den mit ihnen abgeschlossenen schriftlichen Verträgen einzuhalten. Statt die Gelder vereinbarungsgemäss zu verwalten oder für den Börsenhandel zu verwenden, wurden sie auf Anweisung C. s zu einem grossen Teil zur Bezahlung von Renditen und Kapitalauszahlungen an vorbestehende andere Kunden, zur Bezahlung der Infrastruktur und der Aufwände der N. P. AG und der N. P. GmbH, namentlich Honorarzahlungen an den Beschuldigten sowie für private Zwecke von C. und L. verbraucht. Lediglich 46 % der Gelder wurden in drei Tranchen auf ein Konto der Handelsplattform AS. einbezahlt. Diese Finanzanlage warf statt Gewinnen aber nur Verluste ab, worüber die Kunden mit von C. erstellten Kontoauszügen und Abrechnungen angeblicher Gewinne auch noch getäuscht wurden. Der deliktische Schaden belief sich gemäss den in der vorliegenden Anklage gemachten Angaben auf umgerechnet insgesamt CHF 14'185'753.30. In den beiden Urteilen des Landesgerichts Bochum vom 2. Mai 2012 (Urk. 820075 insbesondere

      Urk. 820089 ff.) betreffend die Geschädigten AB. , AC.

      L.P. bzw.

      AD. , AE. , AF. KB bzw. AG. , R. und AH. AG bzw. AI. und vom 18. Dezember 2012 (Urk. 820134 ff.) betreffend die Ge-

      schädigten AJ.

      und AK.

      bzw. AL.

      GmbH war von einem Ge-

      samtschaden von rund EUR 2'848'900.00 (Urk. 82128) sowie von EUR 1'966'094.44 (Urk. 820152) die Rede. C. wurde mit einer Gesamtfreiheitsstrafe von 5 Jahren und 10 Monaten bestraft (Urk. 820154). Die abgetrennten Verfahren betreffend die Geschädigten AM. , AN. und AO. wurden durch das Landgericht Bochum eingestellt (Urk. 820086; Urk. 820143).

    3. Der Vollständigkeit halber ist klarzustellen, dass es aufgrund des Vorgehens von C. und des von ihm aufgebauten Konstrukts auch im Falle einer Beurteilung nach Schweizer Strafrechtsnormen zu einer Verurteilung wegen Betruges gemäss Art. 146 StGB gekommen wäre. Art. 146 Abs. 1 StGB setzt fünf objektive Tatbestandselemente voraus, und zwar eine arglistige Täuschung, einen Irrtum, eine Vermögensverfügung sowie einen Vermögensschaden des Betrugsopfers. Ferner muss zwischen der Täuschung und dem Irrtum einerseits und dem Irrtum und der Vermögensdisposition andererseits ein Motivzusammenhang bestanden haben und die Vermögensdisposition für den Vermögensschaden kausal gewesen sein. Bei immer gleich gelagerten Seriendelikten mit einer gewissen Anzahl Geschädigter, die durch gleichartige falsche Angaben getäuscht wurden, dürfen die Tatbestandsmerkmale des Betrugs in allgemeiner Weise gemeinsam geprüft werden, soweit die Einzelfälle in tatsächlicher Hinsicht gleichgelagert sind und sich bezüglich Opfergesichtspunkten nicht wesentlich unterscheiden (Urteil BGer 6B_150/2017 E.3.3. vom 11. Januar 2018).

    4. Die Handlungsweise C. s führte dazu, dass den in der Anklage aufgezählten Anlegern von verschiedener Seite eine Legende über seinen privaten und finanziellen Hintergrund sowie über die Funktionsfähigkeit und den Erfolg seines Systems präsentiert sowie von Personen, die tatsächlich selber daran glaubten und entsprechend überzeugend gewirkt haben dürften, bestätigt wurde. Sein eigenes selbstsicheres, überzeugendes, kompetentes, wenn nicht einschüchterndes Auftreten machte offenbar reihum Eindruck (z.B. Urk. 136007; Urk. 820107; Urk. 820111). Ferner entsprach sein Konzept aus der Perspektive des einzelnen Anlegers betrachtet einer durchaus professionellen und seriösen Vermögensanlage, arbeitete er doch mit schriftlichen Vermögensverwaltungsund Treuhandverträgen sowie (gefälschten) Abrechnungen und griff auf die Dienstleistungen von Vermittlern, davon ein Rechtsanwalt, sowie von einem Assistenten und einem Notar bzw. Treuhänder zurück (Urk. 136008 f.; Urk. 136012;

      Urk. 136014 f.; Urk. 261049 f.; Akten der Staatsanwaltschaft Bochum, Band IV, Blatt 1506, Blatt 1630 f.). Ferner gingen die einzelnen Anleger aufgrund entsprechender Vertragsklauseln davon aus, der Notar bzw. Treuhänder sorge für die Überwachung des Bankkontos und damit ihrer Einlagen. Zudem findet sich ein Schreiben an einen Kunden in den Akten, in welchem wahrheitswidrig von einer

      seit 18 Jahren bestehenden Zusammenarbeit zwischen C.

      und dem Beschuldigten die Rede war (Akten der Staatsanwaltschaft Bochum, Band II, Blatt 459). Die Investoren hatten ihren Investitionsbetrag entweder auf das Konto einer Deutschen Grossbank oder auf ein Rechtsanwaltskonto bzw. das Konto einer Schweizer Grossbank einzuzahlen, und es wurde ihnen notariell versichert, dass er durch ein ausreichend dotiertes Wertpapier abgesichert sei (Urk. 134004 f.; Urk. 134013 f.; Urk. 160084; Akten der Staatsanwaltschaft Bochum, Band II, Blatt 613 hinten, Blatt 759, Band IV, Blatt 1507). Weiter findet sich ein vom Vermittler

      Rechtsanwalt AP.

      verfasstes Dokument in den Akten, in welchem einem

      Kunden die vertraglich getroffene Regelung der wirtschaftlichen Berechtigung speziell erläutert wurde (Akten der Staatsanwaltschaft Bochum, Band II, Blatt 472). Diese gesamte Inszenierung stellte ein raffiniertes Konstrukt dar, das den Investoren Exklusivität, Seriosität und Sicherheit vorgaukelte, sich in Wahrheit aber als einziges grosses Lügengebäude C. s erwies (vgl. BGE 119 IV 28

      E. 3c; BGE 135 IV 76 E. 5.2), weil diesem von Anfang an der Wille fehlte, die Beträge wie vertraglich vereinbart anzulegen. Dass die Anleger, von welchen die meisten - soweit ersichtlich - nicht besonders fachkundig waren (z.B. Urk. 134015; Urk. 261052; Urk. 140 01001832, 01003432; Akten der Staatsanwaltschaft Bochum, Band IV, Blatt 1506 sowie oranger Ordner S. 68 und S. 81 f.; vgl. aber Urk. 140 01004417, 01004496; Akten der Staatsanwaltschaft Bochum, Band IV, Blatt 1535), im damaligen Zeitpunkt, d.h. vor ca. neun Jahren einem solchen durch Verträge, Dokumente und Drittpersonen vermeintlich verbürgten Konstrukt vertrauten, ohne vertiefte externe Recherchen vorzunehmen, stellt keine leichtfertigte Gutgläubigkeit dar, welche - gemäss Schweizer Recht - das betrü-

      gerische Verhalten von C.

      in den Hintergrund treten lassen würde. Unter

      diesen gesamten Umständen ist das zur Erfüllung des deutschen Betrugstatbestands nicht erforderliche Element der Arglist, das in Art. 146 StGB vorausgesetzt wird, als gegeben zu erachten.

    5. Unstreitig ist, dass der Beschuldigte für C. im Zeitraum von Sommer 2009 bis Herbst 2010 als Finanzintermediär, Treuhänder und insbesondere, wie er es nennt, Paymaster tätig war und dabei namentlich Treuhandkonten eröffnete bzw. zur Verfügung stellte, auf welche die Kunden C. s ihre Anlagen einbezahlten, sowie die Geldwäschereiformalitäten erledigte und auf Anweisungen C. s den Zahlungsverkehr vornahm und weitere Dienstleistungen besorgte (Urk. 120 N 15). Der Beschuldige beteuert, gleich wie die Investoren an die Seriosität von C. und seines Geschäftssystems geglaubt und erst Ende Oktober 2010 gemerkt zu haben, dass er hinters Licht geführt worden sei (Urk. 120 N 9).

  2. Rechtliche Grundlagen und Vorbemerkungen

    1. Betrugstatbestand

      1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, als Mittäter oder wenigstens Gehilfe an der Betrugstat von C. beteiligt gewesen zu sein, was er vor allem in subjektiver Hinsicht bestreitet. Ergänzend zum in Ziffer III.1.3 Ausgeführten ist festzuhalten, dass der subjektive Tatbestand des Betrugs vorsätzliches Handeln sowie die Absicht des Täters voraussetzt, sich oder einen Dritten auf ungerechtfertigte Art und Weise bereichern zu wollen (Braun, Anlagebetrug aus strafrechtlicher Sicht - Problemfelder und Lösungsansätze, forum poenale 2010, S. 104). Die vorausgesetzte Bereicherungsabsicht macht den Betrug zu einem Delikt mit überschiessender Innentendenz (Donatsch/Tag, Strafrecht I, 9. Aufl., Zü- rich/Basel/Genf 2013, S. 123), was die Funktion hat, die Vollendung des Tatbestandes vorzuverlegen. Der objektive Tatbestand wird somit bereits mit dem Eintritt des Vermögensschadens des Betrugsopfers vollendet, auch wenn objektiv noch keine Bereicherung eingetreten ist. Beendigt ist die Tat indes erst mit dem Eintritt der Bereicherung des Täters (BGE 107 IV 2; BGE 119 IV 214 E. 4.b; Schubarth, Kommentar zum schweizerischen Strafrecht, Besonderer Teil, 2. Band, Bern 1990, Art. 148 N 99 und Art. 137 N 94).

    2. Vollendung und Beendigung eines Betrugsdelikts

      1. Nachdem im vorliegenden Strafverfahren zu entscheiden sein wird, ob

        • und wenn ja, in welcher Form - der Beschuldigte am Betrug von C. mitgewirkt oder teilgenommen hat, ist von Bedeutung, in welchem Zeitpunkt das Hauptdelikt vollendet bzw. beendet war.

      2. Der angefochtene Entscheid äussert sich in Zusammenhang mit der Grenzziehung zwischen Vortat und Nachtat zu diesem Punkt. Gemäss der Vorinstanz handle es sich beim Betrug um ein Erfolgsdelikt mit einem doppelten Erfolg (kupiertes Erfolgsdelikt), bestehend in der eingetretenen Vermögensschädigung und Bereicherung des Täters. Konkret seien bis zum 3. Mai 2010 Renditeund Kapi-

        talrückzahlungen an Kunden erfolgt. Obwohl das von C.

        betriebene Betrugsund Schneeballsystem in der Folge zwar weiterhin aufrechterhalten worden sei, seien sowohl die Entreicherung als auch die beabsichtigte Bereicherung zu diesem Zeitpunkt im Wesentlichen eingetreten gewesen, und es sei von da an nur noch darum gegangen, die Beute zu sichern. Demzufolge seien sämtliche Tathandlungen bis zum 3. Mai 2010 unter dem Aspekt des Betrugs und sämtliche Tathandlungen nach dem 3. Mai 2010 unter demjenigen der Geldwäscherei zu beurteilen (Urk. 81 S. 14 N 3). Im Rahmen der rechtlichen Würdigung des Verhaltens des Beschuldigten hielt die Vorinstanz sodann fest, der zu beurteilende Sachverhalt falle (grösstenteils) in die Phase zwischen Vollendung und Beendigung des Betrugs C. s, in welcher eine Teilnahme des Beschuldigten noch ohne Weiteres möglich gewesen sei (Urk. 81 S. 57 Ziff. 1.3.), ohne allerdings an dieser Stelle festzuhalten, wann genau sie die Tat für vollbzw. beendet hält. Angesichts ihrer gerade wiedergegebenen Erwägungen zur Abgrenzung von Vorund Nachtat, wird jedoch klar, dass sie per 24. November 2009 von der Vollendung und per 3. Mai 2010 von der Beendigung des Betruges ausging.

      3. Zum Eintritt des Vermögensschadens ist zu sagen, dass beim Anlageoder Börsenbetrug die Schädigung des Anlegers regelmässig in demjenigen Zeitpunkt zu lokalisieren ist, in welchem sein Geld nicht - wie ihm versprochen - angelegt wird (BSK StGB II-Arzt, 3. Aufl., Basel 2013, N 196 zu Art. 146). Dies gründet auf der Vorstellung des Anlegers, das von ihm einbezahlte Kapital werde nach der

        vereinbarten Anlage vollständig - allenfalls durch Handelsverluste reduziert - zurückerstattet. Mit anderen Worten ist der Schaden als eingetreten zu betrachten, sobald Gelder von Anlegern in den Machtbereich eines (Haupt-)Täters gelangen, der diese Mittel von vornherein statt zur Anlage zu wesentlichen Teilen zur Finanzierung von Rückleistungen an andere Anleger, von Betriebskosten, Vermittlerprovisionen, persönlichen Ausgaben oder spekulativen Vorhaben bzw. nicht werthaltigen Anlagen bestimmt. Denn der Ist-Bestand der Anlagegelder beträgt unter solchen Umständen bereits bei der Einzahlung nur noch einen Bruchteil ihres Soll-Bestandes (SK2015/55 Urteil des Bundesstrafgerichts vom 28. Oktober 2016, E. 2.3.6.4.; BGer Urteil 6B_150/2017 vom 11. Januar 2018 E. 5.2.6). Unter der zur Beendigung einer Betrugstat erforderlichen Bereicherung ist sodann jede wirtschaftliche Besserstellung des Täters im Sinne des strafrechtlichen Vermögensbegriffes zu verstehen, auch wenn diese bloss vorübergehend sein oder (noch) ein Rückerstattungsanspruch des Geschädigten bestehen sollte (BGE 91 IV 130

        E. 2.a). Insofern entspricht dem Schaden des Geschädigten als Vermögensnachteil die Bereicherung des Täters als Vermögensvorteil; die Bereicherung ist beim Betrug somit das Spiegelbild oder die Kehrseite des beim Opfer eingetretenen Schadens, wird doch der Täter oder eine andere Person entsprechend dem Schaden des Opfers bereichert. In vielen Fällen tritt die Bereicherung objektiv als Folge der Schädigung des Opfers ohne weiteres beim Täter ein (BGE 119 IV 214 E. 4.b; vgl. zum Ganzen BSK StGB II-Niggli/Riedo, 3. Aufl., Basel 2013, Vor Art. 137 N 78, Art. 146 N 193). Die unter solchen Umständen erfolgte Verschiebung des Vermögens in den Machtbereich des Täters bewirkt mit anderen Worten nicht nur den Schaden der Anleger, sondern - unter der Voraussetzung des Eingangs des Vermögenswerts beim Täter - gleichzeitig dessen Vermögensvorteil und damit die Bereicherung (vgl. auch SK2015/55 Urteil des Bundesstrafgerichts vom 8. Oktober 2016, E. 2.3.6.5.).

      4. Im Unterschied zu voneinander abgegrenzten Vermögensverschiebungen

        initiierte C.

        ein ganzes Betrugssystem, nämlich ein sogenanntes PonziSchema. Dabei handelt es sich um ein Geldanlagesystem, mit welchem den Investoren vorgespiegelt wird, deren Vermögen zu verwalten und insbesondere durch lukrative Börsengeschäfte zu vermehren, wobei einerseits

        aussergewöhnlich hohe, real aber weder beabsichtigte noch existierende Renditen und andererseits eine hohe Sicherheit versprochen wird. Während

        • wenn überhaupt - nur zu einem geringen Ausmass Anlagegeschäfte getätigt werden, werden die Erwartungen der Anleger mittels Ausschüttungen aus den Anlagegeldern, vor allem neuerer Klienten erfüllt, wodurch das Vertrauen der Kunden zunächst gewahrt wird (BGer Urteil 6B_150/2017 E. 3.3. vom

          11. Januar 2018). Das System versagt spätestens dann, wenn eine grössere Zahl der Anleger versucht, ihre durch Ausschüttungen dezimierten Einlagen zurückzuerhalten. Im Ponzi-Schema wird im Gegensatz zum Schneeballsystem die Quelle der Gewinnausschüttungen, welche in den Einzahlungen der Neukunden besteht, verschleiert. Insofern ist es schwerer zu erkennen (https://de.wikipedia.org/wiki/Schneeballsystem#cite_note-1, zuletzt besucht am

          21. November 2017).

      5. Die Besonderheit solcher Systeme besteht darin, dass in der Regel verschiedene Anleger über eine gewisse Dauer einzahlen und der Betrüger eine Verknüpfung zwischen den Einlagen schafft, indem er diese über eine gewisse Dauer für Ausschüttungen an verschiedene Anleger verwendet. Der Schaden bei den einzelnen Investoren tritt gemäss den vorstehenden Überlegungen jeweils im Zeitpunkt ihrer Vermögensdisposition ein, zumal von vornherein klar ist, dass diese grösstenteils nicht für Anlagen bestimmt ist. Währenddem die Vermögensdisposition zwar eine einzelne Betrugstat vollendet, kann für das als Gesamtkomplex zu betrachtende Betrugssystem nur der Zeitpunkt des letzten, bei den betroffenen Anlegern erfolgten Mittelabflusses als massgebend betrachtet werden. Mit Bezug auf die Beendigung ist zu beachten, dass jede vermeintliche Renditeund/oder Kapitalrückzahlung dem Zweck dient, den beim Begünstigten erweckten individuellen Irrtum weiter zu unterhalten und so die Weiterexistenz des ganzen Betrugssystems zu garantieren. Typischerweise kann der Zeitpunkt der letzten Einzahlung durch einen Anleger bei derartigen Konstrukten nicht einmal vom Täter vorausgesagt, sondern nur retrospektiv beurteilt werden. Er dürfte davon abhän- gen, wie lange es gelingt, die Fassade eines funktionierenden und erfolgreichen Systems einigermassen zu erhalten. Solange in einem derartigen Betrugssystem die Täuschung der Betrugsopfer durch aktive Massnahmen, wie vermeintliche

        Renditezahlungen oder Kapitalrückzahlungen am Leben erhalten wird, manifestiert die Täterschaft, dass sie grundsätzlich auf weitere Kundeneinzahlungen und somit auf einen weiteren Zuwachs ihrer Bereicherung spekuliert. Daher wäre es verfehlt, eine solche Betrugstat bereits als beim rückblickend letzten Mittelzufluss eines Investors beendet zu betrachten. Der im Rahmen eines Ponzioder Schneeballsystems erfolgte Betrug ist vielmehr erst als durch die letzte feststellbare Täterhandlung, die dem Versuch der Vorspiegelung eines funktionierenden Systems, d.h. dem Aufrechthalten der Täuschung auf Investorenseite dient, beendet anzusehen. Diese wird in der Regel in einer vermeintlichen Renditeauszahlung oder Kapitalrückzahlung an einen Investor bestehen.

    3. Mittäterschaft und Gehilfenschaft an bzw. zu einer Straftat

      1. Dem Beschuldigten wird von der Anklagebehörde vorgeworfen, sich an der Tat von C. als Mittäter, wenigstens aber Gehilfe beteiligt zu haben.

      2. Eine denkbare Form der Mitwirkung an einer Straftat stellt die im Gesetz nicht ausdrücklich geregelte Mittäterschaft dar, bei der es in objektiver Hinsicht um ein gleichwertiges koordiniertes Zusammenwirken mehrerer Personen bei der Begehung einer strafbaren Handlung geht. Ihre Bedeutung liegt darin, jeden auf diese Weise Beteiligten auch bezüglich Tatbeständen, die er nicht oder nicht vollständig durch eigenes Handeln erfüllte, als Täter zu bestrafen. Als Mittäter in diesem Sinn gilt, wer in einer Weise bei der Entschliessung, Planung oder Ausfüh- rung eines Delikts mit anderen Tätern zusammenwirkt, dass er als Hauptbeteiligter anzusehen ist. Wesentlich ist, dass der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes derart wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt. In neueren Entscheiden wird ferner das Kriterium der Tatherrschaft betont. Demgemäss gilt als Mittäter, wer das deliktische Geschehen (mit-)beherrscht. Der Mittäter muss die Tat nicht nur wollen, sondern vielmehr bei der Entschliessung dazu, ihrer Planung oder Ausführung auch tatsächlich mitwirken. Daraus folgt aber nicht, dass Mittäter nur ist, wer an der eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu beeinflussen vermag. Ebenso wenig ist erforderlich, dass der Mittäter bereits bei der ursprünglichen Fassung des Tatentschlusses mitwirkte; es genügt, dass er sich später den Vor-

        satz seiner Mittäter zu eigen macht (BGE 130 IV 58 E.9.2.1). Mittäter ist somit, wer auf der Grundlage eines gemeinsamen Tatplanes die Durchführung der gemeinschaftlichen Tat durch seinen Beitrag zusammen mit den übrigen Beteiligten beherrscht; unter Mitherrschaft ist dabei jede arbeitsteilige, für den Erfolg wesentliche Mitwirkung im Ausführungsstadium zu verstehen (BGE 118 IV 397; vgl. zum Ganzen Trechsel/Jean-Richard, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2018, vor Art. 24 N 12 f. mit Hinweisen; BSK-StGB I-Forster, 3. Aufl., Basel 2013, vor Art. 24 StGB N 7 ff. mit Hinweisen sowie Urk. 81 S. 57). Der Tatbeitrag des einzelnen Mittäters, der im Rahmen des gemeinsamen Planes liegt, steht nicht isoliert da, sondern ist Teil des Ganzen im Sinne eines gemeinsamen deliktischen Unternehmens. Deshalb wird der Beitrag jedes einzelnen auch jedem andern zugerechnet (BGE 102 IV 79 E. III. 6.). Mittäterschaft ist gemäss gefestigter, aber nicht unumstrittener Rechtsprechung auch nach Vollendung der Tat bis zu deren Beendigung noch möglich (Pra 70 [1981 Nr. 121; BGE 106 IVV 295; BGE 122 IV 211 E. 3.b.dd; a.M. Donatsch/Tag, a.a.O.,

        S. 177).

      3. Milder als der Mittäter wird bestraft, wer zu einem Verbrechen oder Vergehen lediglich vorsätzlich Hilfe leistet (Art. 25 StGB). Grundvoraussetzung der Strafbarkeit der Teilnahme ist eine tatbestandsmässige und rechtswidrige Haupttat (Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht AT/I, 4. Aufl., Bern 2011, § 13, N 87). Aus objektiver Sicht ist Gehilfe, wer sich darauf beschränkt, in untergeordneter Stellung eine solche Vorsatztat eines anderen durch irgendeinen kausalen Beitrag zu fördern (Trechsel/Jean-Richard, a.a.O., N 1 zu Art. 25 StGB), welcher die Erfolgschancen des tatbestandsmässigen Verhaltens erhöht, ohne dass das Gelingen der Straftat geradezu davon abhängen würde (BSK-StGB I-Forster, a.a.O., N 38 ff. vor Art. 24 StGB). Allerdings ist der Tatbeitrag des Gehilfen nicht derart wesentlich, dass die Verwirklichung des Delikts mit ihm steht oder fällt (a.a.O., N 3 zu Art. 25 StGB). Eine sorgfältige Abgrenzung hat dort zu erfolgen, wo in Frage steht, ob eine Person jemanden durch Verrichtung üblicher Geschäftsoder Berufstätigkeit bei der Vorbereitung oder Ausführung eines Deliktes unterstützt, mithin in dieser Weise für das Anschlussverhalten einer anderen Person verantwortlich ist, ginge es doch zu weit, jede beliebige Handlung, welche

        letztlich eine Straftat ermöglicht oder erleichtert, zu pönalisieren (Donatsch/Tag, a.a.O., S. 165; Wohlers, Gehilfenschaft durch neutrale Handlungen - Ausschluss strafrechtlicher Verantwortlichkeit bei alltäglichem bzw. berufstypischem Verhalten, ZStrR (1999), S. 436). Wird in solchen Fällen mit einer Handlung gegen eine Rechtsnorm mit demselben Schutzzweck verstossen, wie er dem in Frage stehenden Tatbestand zugrunde liegt, ist sie in aller Regel als Beihilfe dazu zu verstehen (Donatsch/Tag, a.a.O., S. 168). Verletzt der vermeintlich Hilfeleistende dagegen keine Sorgfaltsnorm, welche deliktisches Handeln des Täters verhindern soll, soll es darauf ankommen, ob der Dienstleister mit dem Täter kollusiv zusammenwirkt (Wohlers, a.a.O., S. 435 f.). Die Frage, inwieweit so genannte neutrale Handlungen bzw. Alltagshandlungen eines Gehilfen straflos sein sollen, selbst wenn er damit bewusst zu einer Deliktsverwirklichung beiträgt, hat das Bundesgericht zwar schon angeschnitten, aber jeweils offen gelassen (vgl. BGE 120 IV 265 E.2c/aa; BGer 6S.420/2002 E. 3.3.). Um sich kausal auswirken zu können, muss auch die Gehilfenschaft jedenfalls vor oder während der Tat, spä- testens aber bei der Beendigung geleistet worden sein (Trechsel/Jean-Richard, a.a.O., N 9 zu Art. 25; BSK StGB I-Forster, a.a.O., N 14 zu Art. 25; BGE 122 IV 211 E. 3b/dd mit Hinweis).

      4. Sowohl die Mittäterschaft als auch die Gehilfenschaft setzen in subjektiver Hinsicht Vorsatz voraus (BGE 133 IV 76 E. 2.7; 130 IV 58 E. 9.2.1; 126 IV 84

        E. 2c/aa; je mit Hinweisen). Gerade für den Hilfeleistenden bilden Wissen und Wollen den für das Verständnis und damit die Beurteilung der Handlung zentralen und in aller Regel ausschlaggebenden Faktor (Donatsch/Tag, a.a.O., S. 167).

      5. Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt (Art. 12 Abs. 2 Satz 1 StGB). Der Täter muss sich im Wissen um die reale Möglichkeit der Tatbestandserfüllung gegen das rechtlich geschützte Gut entscheiden. Ein solcher Wille liegt vor, wenn das eigentliche Handlungsziel des Täters in der Verwirklichung des Tatbestands besteht, aber auch dann, wenn die Tat als eine notwendige Voraussetzung zur Erreichung seines Ziels erscheint oder wenn die Verwirklichung des Tatbestands eine notwendige Nebenfolge darstellt, mag sie ihm auch gleichgültig oder gar unerwünscht sein (BGE 130 IV 58

        E. 8.2 S. 60 f. mit Hinweisen). Neben dem direkten Vorsatz erfasst Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB ausdrücklich auch den Eventualvorsatz. Dieser ist nach ständiger Rechtsprechung gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs beziehungsweise die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt bzw. sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 134 IV 26 E. 3.2.2). Für den Nachweis des Vorsatzes darf vom Wissen des Täters auf seinen Willen geschlossen werden, wenn sich diesem die Verwirklichung einer Gefahr als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, dies hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3). Eventualvorsatz erfordert aber nicht zwingend, dass der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolgs in diesem Sinne sehr wahrscheinlich war; es reicht mitunter, dass er bloss möglich war (Urteil 6B_222/2014 vom 15. Juli 2014 E. 1.3.2). Doch darf in solchen Fällen nicht allein aus dem Wissen des Täters um die Möglichkeit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlossen werden. Vielmehr müssen weitere Umstände hinzukommen (6B_1159/2014 E. 3.3.; BGE 133 IV 9 E. 4.1 S. 17; Urteil 6B_148/2013 vom 19. Juli 2013 E. 4.3.1). Darauf ist gleich zurückzukommen.

      6. Der subjektive Tatbestand der Gehilfenschaft erfordert insbesondere den Vorsatz bzw. den Eventualvorsatz des Gehilfen, die Haupttat zu fördern, indem er einerseits den Willen hat oder in Kauf nimmt und andererseits wissen oder damit rechnen muss, mit seiner Hilfeleistung eine Straftat zu erleichtern oder zu unterstützen. Der Gehilfe muss demgemäss mindestens damit rechnen und in Kauf nehmen, durch sein Verhalten eine Straftat zu fördern. Dies ist ohne weiteres der Fall, wenn er sich die objektiven und subjektiven Merkmale des vom Haupttäter zu begehenden Deliktes vorstellte und den künftigen Geschehensablauf in seinen wesentlichen Zügen voraussah, ohne dass er die Tat in ihren Einzelheiten zu kennen brauchte. Es genügt daher, dass er nach den konkreten Umständen erkennen konnte und in Kauf nahm, durch seinen Beitrag eine strafbare Handlung zu fördern (Donatsch/Tag, a.a.O., S. 170; Stratenwerth, a.a.O., S. 417 f. und 420 ff.; vgl. BGE 132 IV 49 E. 1.1; 128 IV 53 E. 5f/cc; je mit Hinweisen; BGE 121 IV 109 E. 3a; BSK StGB I-Forster, a.a.O., Art. 25 N 19). Der Gehilfe will im Gegensatz zum Mittäter an der Verwirklichung der Haupttat aber nicht in mass-

        gebender Weise mitwirken und sieht die Straftat nicht als seine eigene (BSK StGB I-Forster, a.a.O., Art. 25 N 3). Daher ist, wie erwähnt, nicht notwendig, dass er um Einzelheiten, wie die Person des Opfers, des Täters, genaue Modalitäten der Tatausführung etc. weiss. Zum Vorsatz des Gehilfen gehört aber immerhin die Kenntnis des Vorsatzes des Haupttäters (BGE 117 IV 186 S. 189 E. 3). Ein ganz unbestimmter, allgemein gehaltener Vorsatz dahingehend, dass das eigene Verhalten einem Dritten überhaupt Hilfe zur Deliktsbegehung leiste, kann nicht ausreichen (BGE 113 IV 109 mit Hinweisen).

      7. Da Art. 146 StGB und Art. 25 StGB ausdrücklich Vorsatz verlangen, ist eine fahrlässige Tatbegehung nicht strafbar (zum Ganzen: Donatsch, OFK-StGB,

        19. Auflage, Zürich 2013, N 1, 4 und 8 zu Art. 25). Insofern kann der Gesichtspunkt des Vertrauens (auf das Ausbleiben des Erfolgs) relevant werden; er ist für die Grenzziehung zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit ausschlaggebend (Donatsch/Tag, a.a.O., S. 167). Dachte ein Täter überhaupt nicht daran, dass sein Verhalten den Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolges bewirken könnte, handelt er unbewusst fahrlässig. Erkennt er die entsprechende Möglichkeit, vertraut er jedoch auf das Ausbleiben der Folge, spricht man von bewusster Fahrlässigkeit (Donatsch/Tag, a.a.O., S. 340; Trechsel/Jean-Richard, a.a.O., N 23 zu Art. 12). Gemäss Bundesgericht ist sowohl dem eventualvorsätzlich als auch dem bewusst fahrlässig handelnden Täter die Möglichkeit des Erfolgseintritts bzw. das Risiko der Tatbestandsverwirklichung bewusst, womit beide Erscheinungsformen des subjektiven Tatbestands hinsichtlich der Wissensseite übereinstimmen. Unterschiede bestehen hingegen beim Willensmoment. So vertraut der bewusst fahrlässig handelnde Täter (aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, dass der von ihm als möglich vorausgesehene Erfolg nicht eintreten und sich das Risiko der Tatbestandserfüllung nicht verwirklichen wird. Demgegenüber nimmt der eventualvorsätzlich handelnde Täter den Eintritt des als möglich erkannten Erfolgs ernst, rechnet mit ihm und findet sich mit ihm ab. Wer den Erfolg dergestalt in Kauf nimmt, will ihn im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB. Nicht erforderlich ist, dass der Täter den Erfolg billigt (BGE 133 IV 9 E. 4.1 S. 16, 222

        E. 5.3 S. 225, jeweils zu aArt. 18 Abs. 2 StGB).

      8. Der Nachweis, dass der Täter die Tatbestandsverwirklichung in Kauf nahm oder aber darauf vertraute, sie werde ausbleiben, kann sich bei nicht geständigen Tätern nur auf äusserlich feststellbare Indizien stützen, welche Rückschlüsse auf dessen innere Einstellung erlauben. Solche Indizien können sich aus der Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, der Schwere von Sorgfaltspflichtverletzungen, den Beweggründen des Täters und der Art der Tathandlung ergeben. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer eine Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 135 IV 12 E. 2.3.2 S. 17). Hinter dieser Überlegung steckt der bei der Beurteilung von Körperverletzungsdelikten entwickelte Gedanke, dass in der Missachtung elementarer Sorgfaltsregeln eine Gleichgültigkeit gegenüber Integritätsinteressen Dritter zum Ausdruck kommt, welche in besonders krassen Fällen auch den Schluss auf Inkaufnahme des Verletzungserfolges zulässt. Eine solche Konstellation kann daher nur gegeben sein, wenn der Täter Sorgfaltsregeln verletzt, die spezifisch dem Schutz der entsprechenden Rechtsgüter Dritter dienen. Ist dies nicht der Fall, bleibt für die strafrechtliche Beurteilung ausschliesslich relevant, was sich der Täter vorstellte (BGE 135 IV 12 E. 2.3.2.). Angesichts der Unzulänglichkeiten, welche sich dadurch ergeben, dass beim Täter, der die Inkaufnahme des Erfolges bestreitet, aus äusseren Umständen Rückschlüsse auf die innere Einstellung gezogen werden müssen, wird in der Lehre mitunter dafür votiert, der In-dubio-Regel hier erhöhte Beachtung zu schenken und nicht leichthin einen Eventualvorsatz anzunehmen (BSK StGB I-Niggli/Maeder, 3. Aufl., Basel 2013, Art. 12 N 60 und N 62).

  1. Vom Beschuldigten getätigter Zahlungsverkehr

    1. Im Sinn einer Übersicht und ohne hinsichtlich der einzelnen Beträge bis ins Detail vollständig sein zu wollen, ist vorab festzuhalten, dass der Beschuldigte hinsichtlich Zahlungsverkehr im Betrugssystem von C. wie folgt tätig wurde:

    2. Der Beschuldigte verfügte bei der B. bereits über verschiedene auf seinen Namen lautende Konten, so die Privatkonten Nr. 4, Nr. 5, Nr. 6, als er am

      28. Juli 2009 bei der gleichen Bank für die Geschäftsbeziehung mit C. zwei

      weitere Privatkonten und ein Kontokorrentkonto eröffnete, aus welchen im Sep-

      tember 2009 vier Kontokorrentkonten mit der Bezeichnung AQ.

      wurden

      (Konto Nr. 7, Nr. 8, Nr. 9, Nr. 10). Er nahm auf diesen, auf seinen Namen lautenden Konten bei der B. zum einen zwischen dem 31. August 2009 und dem

      24. November 2009 acht Überweisungen von sieben Kunden C. s in Höhe von EUR 4'490'000.00 und CHF 248'000.00 (umgerechnet insgesamt CHF 7'043'614.40) (Urk. 200080) und zum anderen zwischen dem 15. und

      21. September 2009 vier Überweisungen von C. und O. in Höhe von EUR 339'000.00, CHF 82'000.00, EUR 800'000.00 und GBP 300'000.00 (umgerechnet CHF 2'311'432.45) entgegen (Urk. 200080).

    3. Zum weiteren Schicksal all dieser auf die Treuhandkonten bei der B. einbezahlten Gelder ist im Wesentlichen Folgendes festzuhalten: Nach Eingang der ersten Beträge und nach Einforderung detaillierter Informationen zur wirtschaftlichen Berechtigung an den auf den Treuhandkonten liegenden Gelder

      durch die Bank sowie einer Besprechung mit C.

      und dem Beschuldigten,

      entschied die B. , dass sämtliche dieser Konten binnen Monatsfrist aufzulö- sen seien (Urk. 880040; Urk. 112128). Nachdem diese Frist längst verstrichen war, schrieb der Kundenberater AR. dem Beschuldigten am 19. November 2009, er müsse nun einen Riegel schieben. Da inzwischen auf den Konten deutlich mehr Transaktionen als besprochen stattgefunden hätten, seien die Konten in den nächsten Tagen zu schliessen und die Gelder an eine andere Bank zu übertragen (Urk. 200404). Bis zur daraufhin erfolgten endgültigen Saldierung am

  2. Dezember 2009 hatte der Beschuldigte ab den Treuhandkonten bei der B. Renditeund Kapitalrückzahlungen an die Kunden von C. in Höhe von umgerechnet CHF 3'893'624.12 (Anhang 2 zur Anklage Ziff. 1 bis 4) sowie bis

27. November 2009 drei Zahlungen von umgerechnet insgesamt CHF 4'314'284.50 an die Handelsplattform AS. SA, AS. , Konto Nr. 11 geleistet (Anhang 9 zur Anklage). Weitere Abflüsse von insgesamt CHF 422'335.15 waren bis zum gleichen Datum an bzw. für C. /L. und den Beschuldigten persönlich (Anhang 3 zur Anklage Ziff. I.1-2) zu verzeichnen.

Die am 4. Dezember 2009 noch auf den Treuhandkonten bei der B.

ver-

bliebenen Kundengelder von (nur) noch EUR 132'000.00 und GBP 299'900.00

(umgerechnet CHF 699'118.35) überwies der Beschuldigte gleichentags auf ein auf ihn lautendes, seit Juli 2009 bestehendes Privatkonto mit der Rubrik Treuhand Nr. 12 bei der AT. (Urk. 200080; Urk. 330058 ff.). Nachdem die Bank AU. nach einer Anfrage des Beschuldigten und nach einer Besprechung die Eröffnung einer Kontobeziehung abgelehnt hatte (Urk. 114032), eröffnete der Be-

schuldigte am 22. Januar 2010 ein Konto bei der AV.

(Schweiz) AG

(Urk. 070060; Urk. 070048). Auf dieses Konto überwies er am 8. Februar 2010 ab

dem Treuhandkonto bei der AT.

CHF 250'000.00 (bzw. EUR 169'651.53).

Dieses auf dem Konto der AV.

liegende Vermögen wurde bis Ende April

2010 bis auf einen marginalen Betrag für Renditezahlungen und weitere Zahlun-

gen verbraucht. Die auf dem Konto der AT.

verbliebenen rund

CHF 175'000.00 wurden ebenfalls nach und nach, bis Ende April 2010 für weitere Zahlungen verbraucht (Urk. 200080). Auch bei der Handelsplattform AS. kam es am 20. Mai 2010 zur Kündigung und Sperrung des Handelskontos Nr. 11 C. s (Urk. 920017 ff.). Das auf dieses Konto geflossene Geld war bereits im Februar 2010 bis auf einen Betrag von EUR 628'044.22 infolge Handelsverlusten verloren. Der Beschuldigte erwirkte am 6. Juli 2010 die Überweisung des Restbetrags von EUR 628'040.22 auf sein Kontokorrent-Konto Nr. 6 (EUR) bei der B. (Urk. 121003; Urk. 200080; Urk. 402057 f.; Urk. 402066 ff.). Von diesem Geld gingen am 20. Juli 2010 EUR 610'000.00 auf das Konto Nr. 13 bei der Bank

AW.

lautend auf die F.

AG (vormals N.

P.

AG) und

EUR 18'000.00 an L.

(Urk. 200080; Urk. 300326). Das Guthaben bei der

AW.

Bank wurde im Umfang von insgesamt CHF 529'752.40 für ab

12. Juli 2010 bis 29. Oktober 2010 erfolgte Zahlungen zu verschiedenen Zwecken, vor allem Geschäftsaufwände, und eine Anlage von EUR 250'000.00 bei

BB.

Ltd. ausgegeben (Anhang 4 Ziff. II.3.-5. und 3 Ziff. II.2. zur Anklage;

Urk. 340027). Bis Ende Oktober 2010 reduzierten sich die Kundengelder auf rund CHF 12'000.00 (Anklageziffer 47).

    1. Die Weisungen C. s für praktisch alle diese Zahlungen erfolgten teils persönlich, teils durch seine Mitarbeiterin und in der Regel in Form von Emailmitteilungen oder telefonisch, ohne dass etwa eine Abrechnung beigefügt worden wäre (z.B. Urk. 860004; Urk. 400010; Urk. 400023; Urk. 400028; Urk. 400032;

      Urk. 400034; Urk. 400039; Urk. 400043; Urk. 400050; Urk. 400055; Urk. 400060;

      Urk. 400064; Urk. 400073; Urk. 400082, Urk. 400111; Urk. 400116; Urk. 400118;

      Urk. 400151; Urk. 400254, etc.).

    2. Durch all diese Vorgänge befanden sich bereits per 27. November bzw.

      4. Dezember 2009 von den auf die Treuhandkonten einbezahlten Kundengeldern lediglich noch rund CHF 700'000.00 im Einflussbereich des Beschuldigten. Auf das Konto bei der Handelsplattform AS. , auf welches wie erwähnt bis Ende November 2009 in drei Tranchen insgesamt CHF 4'314'284.50 geflossen waren, hatte der Beschuldigte im Gegensatz zu allen anderen Konten weder Zugriff noch direkten Einblick (Urk. 111015; Urk. 111026; Urk. 113030; Urk. 114009).

    3. Ob die vom Beschuldigten als Finanzintermediär und Treuhänder vorgenommenen Handlungen strafrechtlich relevant sind, hängt unter anderem von der Festlegung des Zeitpunkts der Vollendung und Beendigung der von C. begangenen Haupttat ab.

  1. Beendigung des Betrugsdelikts C. s

    1. Wie vorne dargelegt (vgl. III.2.2.), ist die Vollendung eines im Rahmen eines Ponzi-Systems erfolgten Betrugs, welches auf Einzahlungen einer Vielzahl von Anlegern gründet, auf den Zeitpunkt des Eintritts des Vermögensschadens der Investoren festzulegen. Die letzte Zahlung eines Kunden C. s auf eines der vom Beschuldigten geführten Konten und damit in das Betrugssystem erfolgte mit Valuta vom 24. November 2009 (Anhang 1 zur Anklage, S. 8). In diesem Zeitpunkt war somit beim letzten Investor der Schaden eingetreten. Folglich war gestützt auf die Bemerkungen in Ziff. III.2.2 vorne der Betrug C. s mit Vornahme dieser letzten Vermögensdisposition eines Kunden am 24. November 2009 vollendet.

    2. Die letzte Überweisung an die Handelsplattform AS. SA (AS. ) wurde mit Valuta vom 27. November 2009 ausgeführt. Sogenannte Renditeund Kapitalrückzahlungen an die Kunden erfolgten bis zum 3. Mai 2010 (Anhang 2 zur Anklage, S. 9). Über diesen Zeitpunkt hinaus wurden weitere Ausgaben und Bezüge für Privatbelange des Paares C. /L. , wie auch andere Zahlungen und Bezüge, z.B. im Interesse der F. AG vorgenommen. Die Zahlungsflüs- se innerhalb und aus dem System hinaus dauerten folglich unter ständiger Reduzierung des Kundenkapitals über die letzte Investoreneinzahlung sowie die letzten Renditeund Kapitalrückzahlungen hinaus fort.

    3. Die vermeintlichen Renditezahlungen, wie auch die Kapitalrückzahlungen an die von C. angeworbenen Investoren begünstigten den Fortbestand dieses Ponzi-Systems. Der Irrtum der von solchen Zahlungen profitierenden Anleger, ihr Vermögen werde - wie ihnen zugesichert - verwaltet und angelegt, wurde dadurch weiter unterhalten. Das mit dem fortdauernden Vortäuschen der vertraglich geschuldeten Vermögensanlage offensichtlich verfolgte Ziel bestand darin, sich möglichst lange an den Investorengeldern zu bedienen und gleichzeitig die Möglichkeit zu wahren, weitere Anleger zu gewinnen. Solange solche täuschenden Machenschaften im Gang waren, war der Betrug nicht abgeschlossen (vgl. vorne III.2.2.). Die Vorinstanz hat demnach den Betrug zu Recht (erst) als am

      3. Mai 2010 beendet angesehen, als eine letzte Auszahlung an einen Kunden, nämlich BC. vorgenommen wurde (vgl. Anhang 2 Ziff. 6 zur Anklage).

    4. In der gegebenen Konstellation wäre es aus einem weiteren Grund nicht opportun, zur Bestimmung des Zeitpunkts der Beendigung des Betruges auf den Zufluss der letzten Kundeneinzahlung auf die Treuhandkonten abzustellen: Das hier zur Beurteilung stehende System war nämlich so beschaffen, dass zwischen

      dem Haupttäter C.

      und dessen direkter Zugriffsmöglichkeit auf die eingehenden Kundengelder der Beschuldigte stand. C. war somit auf die Kooperation des für die Konten einzig zeichnungsberechtigten Beschuldigten angewiesen (Urk. 111007), solange sich die Kundengelder oder Teile davon auf einem der von diesem geführten Konten befanden. Obwohl der Beschuldigte sich als weisungsgebundener Paymaster sah, bestand somit die theoretische Möglichkeit, dass er mit den Geldern nicht im Sinne von C. verfahren würde, und zwar erst recht, weil der Beschuldigte von diesem gar nicht in seine wahren Absichten eingeweiht worden war. Unter diesen Umständen kann nicht die Rede davon sein, dass sich die Investorengelder mit der Einzahlung auf die Treuhandkonten im

      Machtbereich des Betrügers C. befanden und dessen Bereicherung somit bereits eingetreten war. Angesichts der Beschaffenheit dieses konkreten Betrugssystems bietet der Eingang einer Investorenzahlung kein brauchbares Kriterium zur Festlegung der Beendigung des Delikts.

    5. Im Ergebnis ist zur Bestimmung der Beendigung des Betrugs entgegen der Auffassung der Verteidigung auf den Zeitpunkt der letzten Auszahlung an einen Investor abzustellen.

  2. Bestrittener objektiver Sachverhalt

    1. Kritik des Beschuldigten

      1. Die Verteidigung thematisiert unter B.1.1.1 ihrer Berufungsbegründung ein ihres Erachtens bestehendes (Fehl-)Verständnis der Vorinstanz in Bezug auf die auf den Beschuldigten lautenden Treuhandkonten/Omnibuskonten und damit einhergehend in Bezug auf die Eigentumsverhältnisse an dem sich auf den Konten befindlichen Kapital, mithin die wirtschaftliche Berechtigung an den betreffenden Geldern (Urk. 120 N 18 ff.). Sie führt andererseits aber aus, es stehe (im Übrigen) ausser Frage, dass es sich bei den aufgeführten Zahlungen von den Privatkonten C. s auf die Treuhandkonten gemäss heutigem Kenntnisstand in Tat und Wahrheit nicht um dessen private Gelder gehandelt habe (Urk. 120 N 22). Nach den Vorstellungen des Beschuldigten im fraglichen Zeitpunkt sei dies aber so gewesen (Urk. 120 N 22 ff.). Angesichts dieser Äusserung dürfte in objektiver Hinsicht unstrittig sein, dass es sich bei den Geldern allesamt um Kundengelder und folglich nicht um private Mittel von C. handelte. Es scheint dem Beschuldigten somit um seine Vorstellungen im damaligen Zeitpunkt und letztlich um den subjektiven Tatbestand zu gehen.

      2. In Anbetracht der Titelwahl in der Berufungsbegründung und mit Blick auf die von der Verteidigung im erstinstanzlichen Verfahren gemachten Ausführungen, wonach es sich bei den Geldern, die von Herrn O. überwiesen worden seien, gemäss der Darstellung von Herrn C. ebenfalls um Kundengel-

        der und bei den Zahlungen von Herrn C.

        um privates Kapital gehandelt

        habe (Urk. 53 N 53) und wonach auf die Omnibuskonti nicht nur Kundengelder, stattdessen aber auch private Gelder von Herrn C. eingegangen seien (Urk. 53 N 155), ist der Klarheit halber Folgendes zu sagen:

      3. Die Vorinstanz bezog sich in der von der Verteidigung beanstandeten Erwägung III.A.2.5 (Urk. 81 S. 16 f.) auf die in den Ziffern 45 und 52 der Anklage aufgeführten Zahlungseingänge. Dass es sich bei den in Ziffer 45 aufgelisteten Zahlungseingängen um Zahlungen von Kunden direkt auf die vom Beschuldigten geführten Treuhandkonten handelte, liegt auf der Hand und braucht nicht weiter erläutert zu werden (vgl. dazu auch die Übersicht des Beschuldigten in Urk. 200080).

      4. Sodann befasste sich die Vorinstanz mit der am 15. September 2009 erfolgten Überweisung von EUR 339'000.00 ab dem EUR-Privatkonto C. s auf das Treuhandkonto Nr. 9 des Beschuldigten und hielt fest, dass sich damals auf

        ersterem mehrheitlich Investitionsbeiträge der Kundinnen AC.

        L.P,

        AN. und BD. befunden hätten (Urk. 81 S. 16). Tatsächlich gingen auf dem EUR-Privatkonto C. s vor der am 15. September 2009 erfolgten Überweisung auf das Treuhandkonto des Beschuldigten lediglich folgende Beträge ein (Urk. 300080):

        • EUR 1'000'000.00 Vergütung AN.

        • EUR 200'000.00 Devisen Spotdeal , eine Zahlung welche vom USD-

          Privatkonto C. s überwiesen wurde, auf welchem lediglich eine einzige Vergütung der BD. eingegangen war (Urk. 300084)

        • EUR 250'000.00 Vergütung AC. L.P.

        • EUR 150'368.03 Devisen Spotdeal , wiederum eine Zahlung welche vom

          USD-Privatkonto C. s überwiesen wurde, auf welchem

          die erwähnte Vergütung der BD. (Urk. 300084)

        • EUR 41'370.00 Vergütung N. P. AG I.

          eingegangen war

          Der einzige Eingang, welcher somit keinen Investitionsbeitrag eines Kunden darstellte, war die Vergütung von EUR 41'370.00 durch die vom Beschuldigten verwaltete N. P. AG, die aus objektiver Sicht ohnehin mit Kundengelder kapitalisiert worden war. Das im Rahmen der Erstellung des objektiven Sachverhalts hinsichtlich des Eingangs von EUR 339'000.00 gezogene Fazit der Vorinstanz ist daher zutreffend. Angebliche Zusicherungen C. s gegenüber dem Beschuldigten, wonach die Gelder gesamthaft als - qua Vermischung - in seinem Eigentum und seiner wirtschaftlichen Berechtigung gestanden hätten (Urk. 120 N 25), hatten aus objektiver Sicht somit keine tragfähige Grundlage.

      5. Im Weiteren äusserte sich die Vorinstanz zutreffend zur in Ziffer 52b der Anklage aufgeführten und vom CHF-Privatkonto C. s stammenden Zahlung von CHF 82'000.00 auf das Treuhandkonto 7. Auf diesem CHF-Privatkonto C. s befanden sich vor der am 15. September 2009 erfolgten Überweisung keine anderen Mittel als eine Vergütung in Höhe von CHF 82'000.00 von BE. AG, also wiederum einer Kundin (Urk. 300073). Auch diesbezüglich liegt die Vorinstanz mit ihrer Sachverhaltserstellung richtig.

      6. Schliesslich wurde im angefochtenen Urteil betreffend die in Ziffer 52b der Anklage aufgelisteten Zahlungen von EUR 800'000.00 und GBP 300'000.00 auf

        das Treuhandkonto 9 bzw. 10 mit dem Vermerk Vergütung O.

        bzw.

        Vergütung O.

        (Urk. 301006; Urk. 301203) zutreffend erwogen, dass

        aufgrund der Aussagen des Beschuldigten in der Untersuchung (Nach meinem Wissen umfassten diese Beträge Gewinne und Investitionskapital der Anleger. Urk. 1120036) so-

        wie aufgrund der Skype-Korrespondenz des Beschuldigten mit C.

        vom

        16. September 2009 (wir haben dir gerade vom ersten kunden das kapital angeiwesen. 800.000,00 Euro., so rechnen wir jetzt jeden kunden ab., als zweites kommen 300.000,00 gbp. Urk. 960109 f.) klar war und ist, dass es sich bei diesen Geldern ebenfalls um Kapital von Kunden handelte (Urk. 81 S. 16 und S. 45).

      7. Insgesamt ist dem Schluss der Vorinstanz, dass die - immer wiederkehrende - Darstellung der Verteidigung, wonach auf den Omnibuskonten nicht nur Kundengelder, sondern auch private Gelder C. s eingegangen seien, falsch sei (Urk. 81 S. 17), aus objektiver Sicht beizupflichten.

      8. Die übrige Kritik des Beschuldigten unter Abschnitt B.1.1.1. seiner Berufungsbegründung betrifft im Grunde genommen eben nicht den objektiven, sondern den subjektiven Sachverhalt sowie rechtliche Aspekte, auf welche weiter hinten (vgl. III.7.4.9) einzugehen ist.

      9. Soweit also die Vorinstanz den übrigen objektiven Sachverhalt den entsprechenden Ziffern der Anklage folgend erstellte (Urk. 81 S. 15 ff.), kann mangels weiterer Kritik des Beschuldigten darauf abgestellt werden.

    2. Kritik der Anklagebehörde

      Die Vorinstanz kam betreffend diverse Ziffern der Anklage zum Schluss, dass sich der angeklagte Sachverhalt nicht bzw. nicht vollständig erstellen lasse. Einzelne dieser Erwägungen werden von der Anklagebehörde bemängelt (Urk. 135

      S. 3 ff.). Soweit für die Urteilsfindung notwendig, ist auf die entsprechende Kritik nachfolgend an Ort und Stelle einzugehen.

  3. Die Vorstellung des Beschuldigten gemäss eigener Darstellung

    1. Der Beschuldigte bestreitet, dass er im relevanten Zeitraum aus seiner damaligen Sicht die Unregelmässigkeiten im Trading C. s erkannte oder hät- te erkennen müssen. Sein Verhalten sei entsprechend dem ihm in den vermeintlichen Tatzeitpunkten vorliegenden fragmentarischen Bild bzw. Kenntnisstand zu beurteilen (Urk. 120 N 10).

    2. Er lässt darlegen, C. Ende 2007 kennen gelernt zu haben. Dessen Partnerin, L. sei damals in ein Finanzgeschäft in der Schweiz involviert gewesen. Auf Vermittlung eines Versicherungsagenten habe er die beiden zu ihrer Zufriedenheit beraten. Seinerzeit habe C. ihm erzählt, er und sein Bruder seien die Erben des Nachlasses seiner Mutter, die der Industriellenfamilie

      BF.

      entstamme. Bei seiner Partnerin L.

      handle es sich um die ge-

      schiedene Ehefrau von BG. , einem der reichsten Deutschen, dem Gründer

      und Eigentümer der /M. -Gruppe. Er und L.

      würden im Raum

      [deutsche Stadt] auf einem riesigen Grundstück wohnen, das sie sich mit BH. , dem Gründer von BI. teilten. Sein jährliches Einkommen belaufe

      sich auf EUR 150 Mio., und er verfüge zudem über ein bedeutendes Vermögen in Milliardenhöhe. In der Folge habe C. in Zusammenhang mit seinem Ansinnen, künftig von der Schweiz aus Geschäften nachzugehen, weiter aktiv den Kontakt zu ihm (dem Beschuldigten) gesucht. Auf deren Wunsch habe er (der Beschuldigte) für C. und L. in der Schweiz Bankkonten eröffnet. Auf den hierfür ausgefüllten Formularen hätten die beiden angegeben, je über ein Einkommen von EUR 150 Mio. und je über ein Vermögen von EUR 1.8 Mia. zu verfügen. C. habe sodann die Idee entwickelt, in der Schweiz zwei Firmen zu

      gründen, einerseits die BJ.

      (ein Akronym der Vornamen von C. ,

      L. und deren beiden Kinder) AG und andererseits die N. P. AG mit einer deutschen Tochter, der N. P. GmbH. An letzteren, welche im Bereich Regenbzw. Schmutzwasseraufbereitung hätten tätig sein sollen, hät- te er (der Beschuldigte) beteiligt werden sollen. Nach der Gründung dieser Gesellschaft habe er tatsächlich ein Mandat als treuhänderischer Verwaltungsrat der

      N.

      P.

      AG angenommen (Urk. 53 N 23 ff.). Zusammenfassend habe

      C. für ihn Erfolg, Macht, Tradition und gleichzeitig Werte wie Familiensinn, Nachhaltigkeit, Einsatzwillen, Verantwortung und Innovation repräsentiert. Sowohl

      er als auch L.

      seien sympathisch, zuvorkommend, vernünftig und keineswegs protzig aufgetreten. Er habe sich mit ihnen prächtig verstanden, schnell einen freundschaftlichen Umgang gepflegt, und vollstes Vertrauen in C. gefasst (Urk. 53 N 30).

    3. Im Spätsommer bzw. Herbst 2009, allenfalls bereits im Juli 2009 habe C. ihm überraschend erklärt, auch im Wertschriftenhandel tätig zu sein und nun zu beabsichtigen, diese Handelstätigkeit von Deutschland und London, wo er über ein Portfolio von über 1000 Kunden verfüge, in die Schweiz zu verlegen. Zur Begründung habe er angegeben, dass einerseits Rechtsanwalt O. , der ihn bislang im Wertschriftenhandel unterstützt habe, in Deutschland das Vermögen einer älteren Dame veruntreut habe, womit er untragbar geworden sei und dass

      andererseits er und L.

      2015 ohnehin definitiv in die Schweiz übersiedeln

      wollten. Da viele seiner eigenen Kunden sich für diversifizierte Vermögensanlagen interessiert hätten, seien ihm (dem Beschuldigten) diese Pläne sehr zupass

      gekommen. Im Sommer 2009 habe C.

      ihn gebeten, ihm im Sinne einer

      Übergangslösung bis zur Überführung seiner Handelsplattform in die Schweiz mit Treuhandkonten auszuhelfen (Urk. 53 N 31 ff.; Urk. 110003; Urk. 111007;

      Urk. 111008).

    4. Die AS. -Handelsplattform, über welche C.

      sein Trading habe

      abwickeln wollen und welche dieser gemäss eigenen Angaben gleich zur Hälfte gekauft habe, sei erst ab Dezember 2009 zur Verfügung gestanden. Die Übergangslösung habe darin bestanden, die zu investierenden Kundengelder zunächst auf separate Sammel-Treuhandkonten einzuspielen. Sämtliche dieser Anleger hätten gemäss seiner Vorstellung als Direktanleger in die AS. - Handelsplattform überführt werden sollen (Urk. 53 N 39 - 43). Von den in der Folge eingegangenen Geldern habe er (der Beschuldigte) insgesamt EUR 2.85 Mio. an das Handelskonto von C. bei AS. überwiesen, auf welches er keine Einsicht gehabt habe. Gemäss seinem Informationsstand seien diesem

      AS. -Konto weitere EUR 10 Mio. durch C.

      gutgeschrieben worden

      (Urk. 53 N 52). Bis Ende Juli 2010 habe er (der Beschuldigte) aufgrund der Zusicherungen C. s weiterhin damit gerechnet, dass die Gelder von dessen 1000 Londoner Kunden in die Schweiz überführt würden (Urk. 53 N 74 ff.). Selbst als er in der Folge habe feststellen müssen, dass es sich beim Konto BK. , von welchem er zur Bestätigung der erfolgreichen Handelstätigkeit regelmässig Kontoauszüge erhalten habe, lediglich um ein Demokonto handle und er ferner

      Belege dafür gefunden habe, dass C.

      den Kunden Verluste doppelt und

      mehrfach belastet und verbucht habe, sei er - am 9. August 2010 - nach wie vor

      davon ausgegangen, dass C.

      und L.

      im Besitz eines Milliardenvermögens seien. Ebenso sei er überzeugt gewesen, dass die Kundengelder durch ein ihm von C. vor Aufnahme der Geschäftstätigkeit in einem versiegelten Umschlag übergebenes Wertpapier geschützt seien (Urk. 53 N 81 und N 37).

    5. Zusammenfassend behauptet der Beschuldigte, stets davon ausgegangen

      zu sein, dass es sich bei C.

      um einen sehr vermögenden Trader handle,

      der neben den auf die erwähnten Treuhandkonten einbezahlten Beträge weitere Gelder verwaltet habe, welche ein Vielfaches davon betragen hätten und vom Betrugssystem C. s nichts gewusst sowie bis im Oktober 2010 auch nichts davon bemerkt zu haben (Urk. 53 N 2 und N 91 ff.). C. sei von den Kunden, seinem gesamten Umfeld als der grosse Trader gefeiert und über alle Massen gelobt worden (Urk. 120 N 10). Er (der Beschuldigte) sei wie alle anderen von dessen äusserst charismatischen und gerissenen Persönlichkeit geradezu geblendet gewesen. Sinnbildlich hierfür sei, dass er seinen eigenen Vater überzeugt habe, (allerdings als Direktanleger bei ihm selbst) in das Geschäftsmodell C. s zu investieren (Urk. 120 N 9). Im fraglichen Zeitraum hätten die Tatsachen und Momente, welche ihm (dem Beschuldigten) die Sicherheit gegeben hätten, dass alles in bester Ordnung sei, denjenigen Momenten, welche darauf hingedeutet hätten, dass etwas nicht habe stimmen können, mindestens die Waagschale gehalten (Urk. 120 N 11). Wie dessen Investoren und sämtliche Mitarbeiter sei er von C. getäuscht worden. Als Paymaster ohne vertragliche Beziehung zu den Kunden sei er keine Kontrollund Überwachungsinstanz gewesen (Urk. 53 N 3).

  4. Rückschlüsse aus den Abläufen und Umständen auf das Wissen und Wollen des Beschuldigten

    1. Vorbemerkung

      1. Die Vorinstanz erwog zutreffend, dass der Vorsatz des Beschuldigten nicht aufgrund eines einzelnen Verdachtsmomentes zu erstellen ist, sondern das Gesamtbild, das sich ihm in Form verschiedener Puzzleteile präsentiert habe, entscheidend sei (Urk. 81 S. 78). Ob der Beschuldigte vor Beendigung des von C. begangenen Betrugs am 3. Mai 2010 etwas von dessen Machenschaften wahrgenommen hat oder haben musste bzw. ob er es für wahrscheinlich oder immerhin möglich hielt, dass ein betrügerisches Konstrukt bestand und sich damit abfand und weiterhin seine Aufgaben erfüllte, hängt von der Gesamtheit der Umstände und Informationen ab, die dem Beschuldigten zugänglich waren und wurden. Richtig ist, dass seine damalige Perspektive massgebend ist, weshalb im Folgenden möglichst chronologisch vorzugehen ist.

    2. Vorgeschichte

      1. Vorauszuschicken ist, dass der Beschuldigte gemäss seinem Lebenslauf über eine langjährige Berufserfahrung als Notar und in Positionen als Ver-

        waltungsund Aufsichtsrat, Vorstand und Geschäftsleitungsmitglied verfügte. Seit 1991 liess er sich in Sachen Geldwäscherei-Gesetz weiterbilden und erlangte das Recht, als Finanzintermediär tätig zu sein (Urk. 124015). Damit darf er als versierter Berufsmann bezeichnet werden.

      2. Die Vorinstanz leitet vorab aus der Erfahrung des Beschuldigten, Geschä- digter von BL. zu sein, der am 30. September 2016 wegen gewerbsmässigen Betrugs schuldig gesprochen worden sei, eine Sensibilisierung für die Problematik des Anlagebetrugs ab (Urk. 81 S. 76 N 2.2.16). Der Beschuldigte hatte offenbar schon Jahre vor den hier interessierenden Vorfällen, im Dezember 2003, drei Einzahlungen über insgesamt CHF 1 Mio. in den Secu Value Classic Fund von BL. geleistet (Urk. 091094) und richtete sich bereits mit einem Schreiben vom 14. Dezember 2004, in welchem er Auskünfte über die noch vorhandenen Gelder verlangte, als Geschädigter in Sachen BL. -Debakel an die Schweizerische Bundesanwaltschaft (Urk. 091070). Nach einer kurzen Korrespondenz im Dezember 2004 (Urk. 091089; Urk. 091091) scheint in diesem Strafverfahren über Jahre hinweg - insbesondere in den hier relevanten Jahren 2007 bis 2010 - nichts gelaufen zu sein, was einen konkreten Zusammenhang mit dem Beschuldigten gehabt hätte. Ersichtlich ist lediglich, dass sich sein Rechtsvertreter

        im November 2011, als das Betrugssystem von C.

        bereits zusammenge-

        brochen war, wieder mit einer Eingabe an die Bundesanwaltschaft meldete

        (Urk. 091093). Eine Bemerkung gegenüber der AT.

        (Urk. 113047) zeigt

        aber, dass ihm sein Verlust im Januar 2009 noch präsent war. Angesichts des grossen Verlusts, den der Beschuldigte glaubte erlitten zu haben, sowie des Aufsehens, welches das Verfahren gegen BL. generell erregte, ist eine Sensibilisierung des Beschuldigten bezüglich Schneeballoder eben Ponzi-Systeme zu bejahen.

      3. Der Beschuldigte lernte C. , wie erwähnt, im Sommer 2007, also erst Jahre nach dem Verlust seiner Einlagen in den Fund von BL. kennen. Er beruft sich auf dessen charismatische und gerissene Persönlichkeit und die ihm vorgetragenen Erzählungen über dessen Lebensumstände und finanziellen Verhältnisse (Urk. 110002 ff.). Die Vorinstanz bezeichnet diese Schilderungen nicht

        zu Unrecht als geradezu abenteuerlich bis merkwürdig sowie ungewöhnlich (Urk. 81 S. 66 f. N 2.2.7.). Allein aufgrund seiner BL. -Erfahrung und des

        Bildes, das C.

        von sich selbst zeichnete, musste der Beschuldigte aber

        noch nicht per se auf einen unseriösen Geschäftspartner schliessen (vgl. Urk. 81

        S. 62 N 2.2.3). Die Legende, welche C. um sich gewoben hatte, war auch nicht spezifisch für den Beschuldigten erfunden worden; sie wurde vielmehr gegenüber etlichen weiteren Personen, z.B. O. und dessen Kanzleiangestellten, Rechtsanwalt AP. , BM. , einem Herrn BN. sowie einer Mitarbeiterin C. s, BO. und auch Investoren verwendet. Indem all diese Personen daran glaubten, bestätigten sie sich gegenseitig darin (Prot. I S. 12; Urk. 040001; Urk. 820083; Urk. 820120; Urk. 840017 f.; Urk. 110002;

        Urk. 111012; Urk. 112010; Akten der Staatsanwaltschaft Bochum, Band I, S. 111; vgl. auch Urk. 104002). Ferner wurde die Geschichte z.B. vom Beschuldigten - evtl. auch von BP. auf Briefpapier des Beschuldigten - auch der BQ. [Bank] (Urk. 112018 ff.; Urk. 112073) und - wie sich etwa aus einer Gesprächs-

        zusammenfassung vom 28. Oktober 2009 ergibt - der B.

        aufgetischt

        (Urk. 303440). (Offen) hinterfragt wurde diese Geschichten anscheinend von niemandem.

        Dass der Beschuldigte tatsächlich an diese Schilderungen glaubte, von der Persönlichkeit C. s fasziniert war und ein freundschaftlicher Umgang entstand, kann nicht widerlegt werden. Die Bemerkung C. s, trotz der Kündigung der vertraglichen Beziehung wegen des Geburtstags der Ehefrau des Beschuldigten im August 2010 nochmal den Kontakt zu den beiden gesucht zu haben (Urk. 137009; vgl. auch Urk. 123004), bestätigt eine freundschaftliche Beziehung.

      4. Richtig ist allerdings die Feststellung der Vorinstanz, dass - noch während dem die Bekanntschaft zwischen dem Beschuldigten offensichtlich vertieft und der freundschaftliche Umgang aufgebaut wurde - letztlich alle von C. angerissenen Geschäfte, Projekte und Vorhaben scheiterten oder sangund klanglos in der Versenkung verschwanden. Im angefochtenen Entscheid wird hierfür im Wesentlichen auf die Auflistung in Anhang 7 der Anklage verwiesen (Urk. 81 S. 67 f. N 2.2.8. und S. 47 N 3.29.). Im Einzelnen ging es um folgende Begebenheiten:

      5. Der Beschuldigte bestätigte insbesondere, die in der Vermögensverwaltungsund Treuhandvereinbarung vom 20. Dezember 2007 (Urk. 112052) vereinbarte Überweisung eines Betrags von USD 3 Milliarden durch C. an ihn zur treuhänderischen Verwaltung sei nie umgesetzt worden (Urk. 112011; Urk. 112014). Daraus ergibt sich nicht nur eine erste eklatante Vertragsverletzung C. s; aus der Tatsache, dass der Beschuldigte diesen Vertrag abschloss, kann zudem abgeleitet werden, dass er sich befähigt sah, einen derart immensen Betrag gewinnbringend in Kapitalmarktanlagen wie die im Vertrag erwähnten Aktien, Obligationen, Notes, Zertifikate, strukturierte Produkte, Kreditderivate, Derivate, Hybride etc. oder in kollektive Anlageinstrumente und fondsähnliche Instrumente sowie in Hedge Funds, Private Equity etc. (vgl. Urk. 112055) anzulegen und ihm die entsprechenden Begriffe, Abläufe und Gepflogenheiten geläufig waren. In eigenartigem Gegensatz dazu steht allerdings, dass der Beschuldigte in der Strafuntersuchung mitunter ausführte, von solchen Produkten keine Ahnung zu haben (vgl. etwa Urk. 120009).

      6. Zur gleichentags erfolgten Abänderung derselben Vermögensverwaltungsund Treuhandvereinbarung vom 20. Dezember 2007, gemäss welcher (nur noch) eine Überweisung von EUR 100 Mio. hätte geleistet werden sollen (Urk. 112064 ff.), erklärte der Beschuldigte, auch dieser Betrag sei nicht geflossen (Urk. 112015). C. erfüllte seine vertraglich zugesicherte Verpflichtung also auch nicht, nachdem sie offenbar im gegenseitigen Einvernehmen markant herabgesetzt wurde.

      7. Im Dezember 2007 war offenbar von einem weiteren Geschäft mit C. mit einer Vertragssumme von EUR 850 Mio. die Rede, wofür vom Beschuldigten

        Konten bei der B.

        eröffnet wurden und eine Besprechung bei der Bank

        stattfand. Die B. verweigerte im Weiteren jedoch die Zusammenarbeit aufgrund von Bemerkungen C. s, ein Beraterhonorar von EUR 850 Mio. via

        Bush, Iran und Türkei zu erhalten. Diese Äusserungen von C.

        sowie der

        Umstand, dass dem Beschuldigten ein versprochener beglaubigter Kaufvertrag zwischen C. und L. über die Summe der EUR 850 Mio. nicht vorgelegt worden war, das vorher erwähnte Investitionsprogramm über EUR 100 Mio.

        nicht in Gang kam und dass er sich von C.

        ausgehorcht fühlte, bewogen

        den Beschuldigten zu dem von der Vorinstanz erwähnten Schreiben vom 2. Januar 2008 mit scharfen Rügen (Urk. 870042 f.; vgl. auch Anhang 7 zur Anklage

        S. 1; Urk. 81 S. 67 und S. 36). Den Zeilen des Beschuldigten ist dabei zu entnehmen, dass er sich einerseits über die mangelnde Sensibilität C. s gegenüber den Banken, aber auch über seine nicht erfüllten Zusicherungen sowie von C. offenbar per Email geäusserte Beleidigungen ärgerte. Das Vertragsvolumen, die finanzielle Potenz und den Hintergrund C. s zweifelte er darin aber nicht an.

      8. Bekannt ist sodann, dass über die N.

        P.

        AG eine technische

        Anlage zur Regenbzw. Schmutzwasseraufbereitung hätte entwickelt werden sollen, was aber nie zustande kam (Urk. 110003; Urk. 110009). Von der Verteidigung wurde zwar noch ein Schreiben vom 19. Februar 2010 vom bereits seit Ja-

        nuar 2010 verurteilten O.

        samt einem nicht unterzeichneten Vertrag zwi-

        schen der N.

        P.

        AG und einer BR.

        Sarl nachgereicht

        (Urk. 204003 ff.; vgl. auch Urk. 402716 ff.). Über den Verlauf der Vertragsverhandlungen ist nichts bekannt. Ersichtlich ist aber, dass der gleiche Vertrag bereits im Oktober 2009 ein Thema war (Urk. 402818 ff.). Dass der Beschuldigte, der vom laufenden Strafverfahren gegen O. wusste (vgl. III.7.3.7.), solche Entwürfe im Februar 2010 noch ernst nahm, ist zu bezweifeln, hatte er doch bereits am 12. Dezember 2009 geschrieben, keine Möglichkeit für eine weitere Zusammenarbeit mit O. zu sehen (Urk. 402802 f.). Das Projekt Wasseraufbereitung, über welches während Monaten gesprochen wurde und offenbar für Hotelanlagen gedacht war, bildete einen Schwerpunkt der Geschäftsbeziehung zwischen C. und dem Beschuldigten. Trotz dieses Stellenwerts wusste der Beschuldigte betreffend das Scheitern lediglich, dass das Ganze nicht zustande gekommen sei, weil mit der Anlage etwas nicht so funktioniert habe, wie es hätte sein sollen (Urk. 112020 f.).

        Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass in Zusammenhang mit der Gründung der

        N.

        P.

        AG zwischen dem Beschuldigten und C. am

        12. Mai 2009 ein Mandatsvertrag betreffend die Tätigkeit des Beschuldigten als

        treuhänderischer Verwaltungsrat der N.

        P.

        AG geschlossen worden

        war (Urk. 200041 ff.; Urk. 400875). Soweit der Beschuldigte Weisungsgebundenheit, namentlich in seiner Rolle als Paymaster, geltend macht, beruft er sich auf diesen Vertrag (Urk. 200013 N 26 und Urk. 200009 N 9). Da dieser aber zu einem Zeitpunkt datiert, in welchem die Tradingtätigkeit C. s noch gar kein Thema für den Beschuldigten war und der Zweck sowie der Firmenname der N. P. AG noch nicht geändert waren (Urk. 200413), ist fraglich, ob er unbesehen auf eine völlig andere Aufgabe anwendbar war. Der Beschuldigte vermochte sich im Übrigen gar nicht daran zu erinnern, ob es einen schriftlichen Vertrag zwi-

        schen ihm und C. (Urk. 112006 f.).

        betreffend seine Rolle als Paymaster gegeben hatte

      9. Im Januar 2008 kontaktierte der Beschuldigte auf Wunsch von C. die

        BR.

        betreffend die in Anhang 7 zur Anklage erwähnte Transaktion von

        EUR 200 Mio., welche aus Zementlieferungen einer spanischer Gesellschaft hät- ten stammen sollen (Urk. 112068; Urk. 112015; Urk. 112073). Bei dieser Angelegenheit und der im Anhang 7 der Anklage erwähnte Vermögensverwaltung mit

        BS.

        S.L. dürfte ein enger Zusammenhang bestehen (vgl. Urk. 112075 ff.;

        Akten der Staatsanwaltschaft Bochum, Band I, S. 112 und S. 118). Von C. in dieser Angelegenheit unterzeichnete Verträge und etliche weitere Unterlagen finden sich in den beigezogenen Akten der Staatsanwaltschaft Bochum (Band I, Blatt 24 ff.), die diesbezüglich Ermittlungen tätigte. Gemäss den Aussagen des Beschuldigten kam dieses Geschäft ebenfalls nie zustande (Urk. 112019).

      10. Im gleichen Schreiben an die BQ.

        erwähnte der Beschuldigte,

        C. habe ihm in Aussicht gestellt, weitere vermögende Deutsche an ihn zu vermitteln (Urk. 112074). Aus einer solchen Vermittlung wurde aber gemäss den Aussagen des Beschuldigten ebenfalls nichts (Urk. 112020).

      11. Auch die BJ. AG, mit deren Gründung C. den Beschuldigten im Januar 2008 beauftragte (Urk. 112080), blieb nur eine Idee (Urk. 112023). Die Anklagebehörde weist in ihrer Anschlussberufung zu Recht darauf hin (Urk. 135

        1. 6 f.), dass die Gründung dieser Gesellschaft über Monate hinweg ein Thema

          war und sich aus der Korrespondenz des Beschuldigten mit C.

          und dem

          Notariat ergibt, dass zur Gründung gar dreimal ein Termin auf dem Notariat vereinbart war, was jedes Mal scheiterte, weil der angebliche Milliardär C. die notwendige Kapitaleinzahlung nicht geleistet hatte (Urk. 870052 ff.; Urk. 960179 Skype Konversation vom 23.10.2008; Urk. 960185 Skype Konversation vom 03.07.2009).

      12. Zutreffend ist schliesslich, dass der Beschuldigte seit dem 20. Januar 2009 von der Absicht des Kunden BT. , eine Strafanzeige gegen C.

        und O.

        wegen Veruntreuung einzureichen, wusste (Urk. 960183, Korres-

        pondenz vom 20.01.2009). Diese Strafanzeige sollte deswegen erhoben werden,

        weil C.

        nicht, wie vereinbart, ein Darlehen von EUR 3 Mio. an BT.

        überwiesen hatte, obwohl dieser hierfür eine Vorauszahlung von EUR 25'000.00 geleistet hatte (Urk. 870016 ff.; Urk. 960182 f., Korrespondenz vom 14.und 17.01.2009).

      13. Weiter ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass BT.

        den

        Beschuldigten am 12. Februar 2009 mit einer an C. und O. gerichteten Email bedient hatte, wonach ihm vom deutschen BaFin bestätigt worden sei,

        dass weder C.

        noch O.

        im Besitz einer Erlaubnis der deutschen

        BaFin zur Durchführung von Bankgeschäften nach § 32 des deutschen KWG seien (Urk. 870025 f.). Die Vorinstanz betont, der Umstand, dass gerade C. - vorgeblich einer der grössten Trader Europas - niemals über eine Erlaubnis zur Durchführung von Bankgeschäften in Deutschland verfügt habe, habe das Gesamtbild geprägt, welches der Beschuldigte im Verlaufe der Zeit über C. erhalten habe (Urk. 81 S. 78 N 2.2.18). Dazu ist zwar anzumerken, dass letzterer - soweit sich dies erstellen lässt - erst im Sommer 2009, d.h. mindestens vier bis fünf Monate später erstmals behauptete, erfolgreich als Trader zu arbeiten. Diese Email musste dem Beschuldigten aber aufgefallen sein, zumal der Streit erbittert geführt wurde und plötzlich von der Erlaubnis zur Durchführung von Bankgeschäften die Rede war. Das Gegenteil ist nicht glaubhaft.

      14. Zu der in Anhang 7 zur Anklage erwähnten, von C. am 18. Juli 2009 versprochenen Einbringung von EUR 500 Mio. finden sich keine klaren Hinweise im angefochtenen Entscheid und in den Akten.

      15. Insgesamt zeigen die soeben dargelegten Umstände, dass die ersten Monate der Bekanntschaft des Beschuldigten und C. s von diversen leeren Ankündigungen, versandeten Projekten und sogar hochstaplerisch anmutenden Äusserungen und Fehltritten C. s geprägt waren. Im Fall von BT. ge-

        wann der Beschuldigte zudem Anhaltspunkte dafür, dass C.

        trotz bereits

        von der Gegenpartei erbrachter Vorleistung eine fest eingegangene Verpflichtung von erheblichem Umfang nicht einhielt. Der Beschuldigte gibt zwar vor, sich aus all dem nichts gemacht zu haben, was tatsächlich dadurch unterstrichen wird,

        dass er weiterhin geschäftlichen Kontakt mit C.

        pflegte. Nachdem er zum

        Teil viel Aufwand und Zeit in einzelne Vorhaben gesteckt und sein Renommee in die Waagschale geworfen hatte, kann ihm nicht abgenommen werden, dass es ihn nicht verärgerte und enttäuschte, wenn er ein um das andere Mal ein Projekt oder ein bereits schriftlich zugesichertes Geschäft mit einem Vertragsvolumen von mehreren hundert Millionen Franken in den Wind schreiben musste. Diese Verbitterung spiegelt sich, wie gezeigt, beispielsweise im Schreiben vom 2. Januar 2008 wieder (Urk. 870042 f.).

        In der Strafuntersuchung tat der Beschuldigte dies damit ab, dass C. eben andere Prioritäten und Präferenzen gehabt habe. So etwas gebe es, weshalb er auch nicht reagiert habe, wenn das versprochene Geld jeweils nicht eingetroffen sei (Urk. 112014 f.). Auf dieses Verhalten C. s nochmals angesprochen, meinte der Beschuldigte, er betreue seit Jahren mehrere Kunden mit Vermögen von mehreren hundert Millionen. Diese würden heute so und morgen eben anders entscheiden. Um diese Kunden nicht kopfscheu zu machen, dürfe man nicht zu viele Fragen stellen, sonst sei man schnell weg. Es sei ja klar, dass alle Treuhän- der sich um solche Kundschaft reissen würden. Diskretion sei das höchste Gebot (Urk. 112021). Diese Äusserungen erlauben bereits einen Blick in die Beweggründe des Beschuldigten. Er setzte alles daran, solche Kunden an sich zu binden, um langfristig von ihnen profitieren zu können. Dafür war er bereit, kurzfristig die Kapriolen solcher Klienten, insbesondere C. s hinzunehmen. Diese Erklärung, weshalb er die jeweiligen anderen Prioritäten und Präferenzen C. s nicht zu hinterfragen und nicht auf die Erfüllung vertraglicher Vereinbarungen zu bestehen wagte, weist klar darauf hin, dass der Beschuldigte ihn - gleich wie seine anderen reichen Klienten - für einen eigenwilligen, sprunghaften, wenn nicht unberechenbaren Kunden hielt, der seinen Treuhänder, auch wenn dieser berechtigte Anliegen vertritt, nach Belieben fallen lassen könnte.

      16. Vor dem Hintergrund all dieser Erfahrungen, die der Beschuldigte von Dezember 2007 bis Anfang 2009 mit C. sammelte, bestand keinerlei Anlass sich in geschäftlicher Hinsicht derart von ihm einnehmen oder blenden zu lassen, wie der Beschuldigte dies für sich in Anspruch nimmt. Im Gegenteil zeichneten sich risikohafte Aspekte wie die Sprunghaftigkeit oder fragliche Zuverlässigkeit und Vertragstreue C. s bereits ab. Schon aus Sorge um seinen eigenen Ruf musste ihm dieses Verhalten seines Geschäftspartners Anlass zu besonderer Vorsicht und Genauigkeit gegeben haben.

      17. Die Anklagebehörde weist in ihrer Anschlussberufung zwar zutreffend darauf hin, dass der Beschuldigte am 13. August 200 8 Unterlagen der Eidgenössischen Bankenkommission zu bewilligungspflichtigen Tätigkeiten, unter anderem betreffend Entgegennahme von Publikumseinlagen, sowie am 11. März 2009 Artikel des Bankengesetzes in seinem Computer speicherte (Urk. 135 S. 6). Da in

        diesem Zeitraum noch keine Zusammenarbeit mit C.

        in Tradingbelangen

        geplant war, kann kein genügender Zusammenhang mit der späteren Tätigkeit des Beschuldigten für C. hergestellt werden.

      18. Die Vorinstanz erwähnt sodann zutreffend, dass der Beschuldigte in diesem Zeitraum mit einem weiteren Schneeballsystem mit 1'723 geschädigten Anlegern und einem Deliktsbetrag von rund EUR 57 Mio. - der Angelegenheit T. Corporation (T. ) - zu tun gehabt habe, was ihm (erst) am 28. April 2015 eine rechtskräftige Verurteilung wegen Beihilfe zu gewerbsmässigem Betrug durch das Landesgericht Düsseldorf eingetragen habe (Urk. 81 S. 74 N 2.2.15). Gemäss der Begründung dieses deutschen Urteils sei diesem Fall eine mehrjäh- rige Kontobeziehung zwischen dem Beschuldigten und einem der Haupttäter, BU. , vorausgegangen, während welcher ein Vertrauensverhältnis entstanden sei. Ab dem Jahr 2007 habe sich eine treuhänderische Tätigkeit des Beschuldigten für die T. daran angeschlossen (Urk. 830106). 2008 habe der Beschuldigte überdies damit begonnen, für die T. Treuhandkonten in Asien

        zu führen (Urk. 830108), wobei ihm kurz nach deren Aktivierung aufgefallen sei, dass keine Gewinne der T. auf diese Konten eingegangen und keine Investitionen getätigt worden seien (Es sollten Erträge aus allen möglichen Anlagegeschäften auf dieses Konto fliessen. Ich habe aber keine Erträge feststellen können. [Urk. 830139]). Der Beschuldigte habe die Erklärung, dass die T. alle notwendigen Gelder woanders erwirtschafte, nicht kritisch hinterfragt und keine Urkunden verlangt. Ende 2008 habe er (demzufolge) die konkrete Möglichkeit erkannt, dass die T. die Anlegergelder für Provisionsrückzahlungen an andere Anleger, für Treuhandhonorare oder private Zwecke verwende und keine Investitionsgeschäfte durchführe. Mit dieser Möglichkeit, die er ernst genommen habe, habe er sich abgefunden. Als er schliesslich im April 2009 auf Bitten eines der Exponenten der T. hin gar ein Musterschreiben verfasst habe, in welchem er mit dem Leumund eines Treuhänders Dinge versichert habe, welche nach seinen eigenen Kenntnissen nicht den Tatsachen entsprochen hätten (U. wollte von mir eine Bestätigung. Den Text hat er mir vorgegeben. Die Erklärung ist inhaltlicher Blödsinn. Ich habe keine Gelder in Programme mit einer Anlagesumme in Höhe von 10 Mio. weitergeleitet und wöchentliche

        Zinszahlungen erhalten. U.

        wollte das von mir so. Ich wollte ihm einen Gefallen tun

        (Urk. 830176)), sei sich der Beschuldigte sicher gewesen, dass es sich bei der

        um ein auf Täuschung der Anleger ausgerichtetes Konstrukt handle.

        Gleichwohl habe er die Betreuung der Gesellschaften und Konten fortgesetzt (Urk. 830110).

        Vor dem Hintergrund dieser Erwägungen ist es zutreffend, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, der Beschuldigte habe gemäss dem Landgericht Düsseldorf im T. -Betrugssystem ab Ende 2008 mit Eventualvorsatz und ab April 2009 mit direktem Vorsatz gehandelt (Urk. 81 S. 74 ff. ). Die wiederholten Hinweise des Beschuldigten, in diesem deutschen Strafverfahren einen Vergleich eingegangen zu sein, um den Prozess möglichst bald abschliessen zu können, wobei er heute noch die Meinung vertrete, in der T. bis zuletzt kein Schneeballsystem erkannt zu haben (Prot. I S. 23 ff.; vgl. auch Urk. 59 Rz. 34; Urk. 54), sind mit der Vorinstanz irrelevant. Dies insofern, als der vom Landgericht Düsseldorf gezogene Schluss, dass Vorsatz gegeben sei, in erster Linie auf den Aussagen des Beschuldigten betreffend erwartete, aber nicht eingegangene Erträge und betreffend

        das von ihm verfasste, inhaltlich blödsinnige Musterschreiben basiert. Folglich beruhte der im deutschen Urteil unterstellte Vorsatz des Beschuldigten auf äusserlich feststellbaren Indizien und nicht auf Verfahrensabsprachen. Zwar hatte sich der Beschuldigte erstmals mit seiner Verhaftung am 31. Dezember 2011 konkret mit dem strafrechtlichen Aspekt seines Handelns in der T. - Angelegenheit und mit konkreten Konsequenzen auseinanderzusetzen, also über ein Jahr nach dem Zusammenbruch des Betrugssystems von C. . Allerdings wurde er bereits am 23. Oktober 2007 und am 29. Juni 2009 als Auskunftsperson befragt im Verfahren betreffend qualifizierte Geldwäscherei (Urk. 830197 ff.; Urk. 830271). Es lagen also Anhaltspunkte vor, dass etwas im Argen lag, und es war ihm bekannt, dass bereits ein Strafverfahren am Laufen war. Dass die tatsächliche Verurteilung, in deren Rahmen er mit den gerade wiedergegebenen Überlegungen des Gerichts konfrontiert wurde, erst im April 2015 erfolgte, lässt den Beschuldigten nicht in einem besseren Licht erscheinen. Bedenklich ist schliesslich, dass das damalige Verhalten des Beschuldigten, aus Gefälligkeit wider besseres Wissen frei erfundene Tatsachen zu bestätigen, genau seinen bereits thematisierten Äusserungen entsprach, wonach es für einen Treuhänder besser sei, keine Fragen an solche Auftraggeber zu stellen, um keine potenten Geschäftspartner zu vergraulen.

      19. Im Mai 2009 wurden für C. bei der B. Konten, namentlich das Privatkonto Nr. 14, eröffnet. Besonders interessant ist, dass dem Beschuldigten dafür eine Vollmacht mit Einzelzeichnungsberechtigung und die Befugnis, Emailkorrespondenz entgegen zu nehmen, eingeräumt wurde (Urk. 300060; Urk. 300070 f.) sowie als Korrespondenzadresse die Geschäftsadresse H. AG persönlich BV. angegeben wurde (Urk. 300066). Damit bekam der Beschuldigte in sämtliche Vorgänge auf diesem Konto Einblick. Noch im gleichen Monat erfolgte ein Eingang über EUR 1 Mio. auf dieses Konto mit der Bemerkung Vergütung AN. (Urk. 300080).

    1. Vorbereitung der Zusammenarbeit im Bereich Trading

      1. Dergestalt präsentierte sich die Situation, als C. dem Beschuldigten im Sommer 2009 eröffnete, nicht nur an einer Zusammenarbeit bezüglich des

        Schmutzwasseraufbereitungsprojekts interessiert, sondern (auch) ein grosser Trader zu sein, der seinen Handel in die Schweiz verlegen wolle, wofür er die Dienstleistungen des Beschuldigten zu beanspruchen beabsichtige (vgl. etwa Urk. 110003). Diese angebliche Tradingtätigkeit hatte C. ebenfalls nicht nur erfunden, um spezifisch den Beschuldigten zu ködern. Vielmehr war er schon länger (vermeintlich) in diesem Bereich tätig. So erzählte C. nicht bloss dem Beschuldigten von 1000 weiteren Kunden, für die er vor allem in London, aber auch in Deutschland trade, sondern auch gegenüber diversen anderen Personen, namentlich BM. (Urk. 136016; Urk. 136018) oder am 28. Oktober 2009 der

        Compliance-Abteilung der B.

        (vgl. etwa Urk. 132037). Zudem waren von

        C. und O. bereits seit dem 30. April 2009 in Deutschland Gelder von durch Vermittler akquirierten Kunden eingenommen worden. Vor diesem Hintergrund dürften diverse Personen eine seit langem andauernde Tradingtätigkeit C. s als Tatsache vorausgesetzt und dem Beschuldigten solches ausdrücklich oder konkludent bestätigt haben. Insofern war die Kehrtwende von C. vom Schmutzwasseraufbereitungspionier zum erfolgreichen Trader aus der Sicht des Beschuldigten jedenfalls nicht derart auffällig, wie von der Anklagebehörde geltend gemacht (vgl. etwa Urk. 111011; Urk. 81 S. 66 N 2.2.7). Um in der Schweiz Vermögen verwalten zu dürfen, war C. auf einen Finanzintermedi- är angewiesen (Prot. I S. 12; vgl. III.7.4.1). Insofern war es angesichts der bereits bestehenden Bekanntschaft und seines beruflichen Hintergrundes aus der Sicht des Beschuldigten nicht weiter aussergewöhnlich, dass C. die Zusammenarbeit mit ihm suchte.

      2. Im Sommer 2009 machte der Beschuldigte selbst eine Anlage von CHF 50'000.00 bei C. , wobei er das Geld noch auf ein Konto von O. einbezahlte (Urk. 111017 f.). Anscheinend wollte er das Angebot des Traders C. erstmals selbst nutzten.

      3. Ende August 2009 beauftragte der Beschuldigte Rechtsanwalt BW. mit Abklärungen betreffend die Aufnahme einer Effektenhandelstätigkeit C. s in der Schweiz. In welche Richtung diese Abklärungen genau gingen, lässt sich aus den vorhandenen Unterlagen nicht im Detail ersehen. Einerseits

        schien es um Anpassungen des Textes der Vermögensverwaltungsvereinbarungen des Beschuldigten mit seinen Direktkunden (Urk. 401143) gegangen zu sein. Aus dem Vermerk DUFI (Direkt unterstellte Finanzintermediäre) und FINMA in seiner Honorarrechnung (Urk. 143, Urk. 01009444) und aus einer Emailkorrespondenz von Anfang September 2009 lässt sich sodann ableiten, dass die Verlegung der Londoner Geschäftstätigkeit C. s in die Schweiz und die Vorgaben der FINMA Gegenstand der Abklärungen war. Aufgrund dieser Absichten musste die Tatsache, dass gemäss Schweizer Recht die gewerbsmässige Entgegennahme von Publikumsgeldern Banken vorbehalten ist (Art. 1 Abs. 1 und 2 BankG), eine Rolle gespielt haben. Gewerbsmässig im Sinne von Art. 3a Abs. 2 aBankV handelt, wer dauernd mehr als 20 Publikumseinlagen entgegennimmt, gemäss damals bereits bestehender Rechtsprechung aber auch, wem nur schon die Absicht nachgewiesen werden konnte, Gelder gewerbsmässig - mithin in über 20 Fällen - entgegennehmen zu wollen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-1645/2007 vom 17. Januar 2008, E.2.4.2). Aus der Sicht des Beschuldigten waren Vorbereitungen für eine derart dimensionierte Entgegennahme bzw. Verwaltung bereits entgegengenommener Publikumsgelder in der Schweiz im Gange: Einerseits behauptete C. , im Begriff zu sein, seine Londoner Geschäftstä- tigkeit, die im Trading mit Geldern von 1000 Kunden bestand, in die Schweiz zu verlegen (Urk. 112041), womit sicher von Gewerbsmässigkeit im dargestellten Sinn auszugehen war. Andererseits sprach vor dem Hintergrund, dass er im Ausland bereits Gelder einer so grossen Anzahl von Kunden verwaltete, alles für seine Absicht, neu auch in der Schweiz über 20 solcher Einlagen entgegenzunehmen. Entgegen der Vorinstanz (Urk. 81 S. 39 N 3.17) und mit der Anklagebehörde (Urk. 135 S. 5 f.) ist daher zu folgern, dass dem Beschuldigten die Problematik der Entgegennahme einer nicht von vornherein definierten Anzahl Kundengelder und die Wichtigkeit, exakt zu wissen, wie sich die auf seinen Konten eingehenden Gelder zusammensetzen, bewusst war.

      4. Der Beschuldigte stützt sich massgeblich darauf, berechtigterweise von einem hundertprozentigen Kapitalschutz ausgegangen zu sein, wobei ihm namentlich das bereits erwähnte Wertpapier ( ) über 30 Mio. übergeben worden sei (Urk. 120 N 81 ff.). Betreffend den Zeitpunkt der Übergabe erwähnte er im Vor-

        verfahren, im Frühjahr des Jahres 2010 bzw. zu einem ihm nicht mehr genau

        bekannten Zeitpunkt die ursprünglich bei O.

        hinterlegte -Note in einem

        versiegelten Couvert von C. erhalten zu haben (Urk. 111029; Urk. 123002). Die Verteidigung führte aus, dieses enorm bedeutsame Wertpapier sei dem Beschuldigten noch vor Aufnahme der Geschäftstätigkeit übergeben worden (Urk. 53 Rz 37). Im Urteil des Landgerichts Bochum vom 2. Mai 2012 ist dagegen von einer Übergabe (erst) im Frühling 2010 die Rede (Urk. 820085). Vor erster Instanz erwähnte der Beschuldigte wiederum, diese ominöse -Note sei ihm von C. zu Beginn der Umwandlung der N. P. AG in die F. AG

        • also erst 2010 - bzw. als C. sich als Trader geoutet habe und bevor die ersten Gelder gekommen seien - demnach 2009 -, übergeben worden (Prot. I

          S. 13; Prot. I S. 27). Die Widersprüchlichkeit der Angaben in zeitlicher Hinsicht mag zwar irritieren, doch kann nicht widerlegt werden, dass der Beschuldigte den Umschlag mit dem angeblichen -Wertpapier bereits vor oder zu Beginn der hier zur Beurteilung stehenden Zusammenarbeit mit C. erhielt.

          Gemäss dem Beschuldigten habe O. den Anlegern bestätigt, dass die Note in Ordnung sei (Urk. 111029;, Urk. 123002; vgl. auch Urk. 114025), und C. habe gesagt, dass dieses Wertpapier eine Versicherung sei und nie etwas falsch laufen könne (Prot. I S. 13). Aufgrund dessen habe er sich keine Sorgen machen müssen (Urk. 114025). Er selbst habe das Dokument nicht überprüft, weil sich auf dem versiegelten Umschlag, den er bei sich in den Tresor gelegt habe, eine Notiz mit dem Wortlaut Nur öffnen im Todesfall befunden habe. Er habe geglaubt, das Wertpapier sei werthaltig und allfällige Forderungen der Anleger wären damit ab-

          gedeckt. Erst nach dem Zerwürfnis mit C.

          hätten er und BM.

          sich

          entschieden, das Papier überprüfen zu lassen, wobei sich ergeben habe, dass es nichts wert sei (Urk. 123002).

          Aus der Übergabe eines verschlossenen Couverts konnte der Beschuldigte aber ungeachtet irgendwelcher Zusicherungen von O. und C. nicht ernsthaft von einer Absicherung der Kundengelder ausgegangen sein. Aus der Tatsa-

          che, dass O.

          regelmässig schriftlich deklarierte, das Original des Wertpa-

          piers auf Echtheit und Werthaltigkeit überprüft zu haben und bevollmächtigt zu

          sein, das Wertpapier im Auftrag des Investors zu den Bedingungen gemäss der massgebenden Zusatzvereinbarung zwischen dem Investor und C. zu verwerten (vgl. Urk. 820085), vermag er nichts für sich abzuleiten. Kommt hinzu, dass O. , sobald dem Beschuldigten die -Note übergeben worden war, gar keine Zusicherungen dazu mehr machen konnte, was aber z.B. im Zusammen-

          hang mit dem Vermögensverwaltungsund Treuhandvertrag mit R.

          durch

          Beifügung einer separaten Erklärung von O.

          doch noch geschah

          (Urk. 970088). Zumal der Beschuldigte das Wertpapier nie mit eigenen Augen sah, war er weder in der Lage, sich dazu eine Meinung zu bilden noch guten Gewissens eine Erklärung dazu abzugeben. Die Notiz Nur öffnen im Todesfall auf dem Umschlag machte schon deswegen keinen Sinn, weil das Wertpapier nicht in einem Todesfall, sondern bei Verlust oder Schädigung eines Investors hätte verwertet und der Umschlag dafür hätte geöffnet werden müssen. Die Übergabe eines allen Blicken entzogenen Wertpapiers bzw. die ganze Heimlichtuerei darum herum grenzt an Bauernfängerei und vermag das Vertrauen in einen Kapitalschutz keinesfalls zu stärken. Vielmehr war die Art und Weise der Übergabe geeignet, das Misstrauen jedes vernünftig denkenden Menschen zu wecken.

          Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass der Beschuldigte nicht plausibel darlegte, in welchen Fällen die -Note gemäss seinen Vorstellungen als Sicherheit hätte in Anspruch genommen werden können. Was ausser Handelsverlusten oder aber deliktischem Handeln, bei welchem vernünftigerweise keine Kompensation aus einem Wertpapier erhofft werden darf, sonst noch mit den Kundengeldern hätte schief laufen können ( Prot. I S. 13; Urk. 112039), ist nicht ersichtlich. Von einem absoluten Kapitalschutz konnte er daher unmöglich ausgegangen sein. Dasselbe gilt im Übrigen für die ebenfalls vom Beschuldigten behauptete Zusicherung von Frau L. , alles mit ihrem persönlichen Vermögen abzudecken, falls etwas mit den Kundengeldern schief laufen würde und nicht zuletzt für die Versicherung C. s, es sei genügend Geld in seiner Familie vorhanden, womit er jederzeit alles abdecken könnte, weshalb man sich keine Sorgen machen müsse (Urk. 112039; Urk. 114025). Jeder seriöse Vermögensverwalter oder Händler würde sich davor hüten, solche Versprechungen abzugeben. Ferner hatte der Beschuldigte in eigener Sache erlebt, dass C. selbst schriftlich abgegebene Zusicherungen, Geldmittel bereit zu stellen, nicht einhielt, wenn ihm der Sinn nicht mehr danach stand. Letztlich hatte der Beschuldigte nicht den geringsten Anlass zu glauben, das Duo C. /L. würde im Verlustoder Schadensfall tatsächlich eigene Mittel einschiessen. Die mündlichen Versprechungen

          von C.

          und L.

          sowie die Übergabe der -Note waren vielmehr in

          höchstem Mass misstrauenserregend.

      5. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, überwies der Beschuldigte am

        7. Juli 2009 einen Betrag von EUR 99'489.29 (entsprechend CHF 150'000.-) vom EUR-Privatkonto C. s bei der B. , auf welchem sich, wie erwähnt (vgl.

        III.5.4.1., III.7.2.19., vgl. auch III.7.4.10.), nur die Einzahlung von AN.

        befand, auf eines seiner Treuhandkonten, um es von dort für die Kapitalerhöhung der N. P. AG zu verwenden. Anschliessend gab er von diesem Geld (via die Revisionsstelle CA. AG) CHF 99'778.87 für eine Honorarzahlungen an sich selbst aus (Urk. 81 S. 17 N 2.6.), womit ein grosser Teil der Kapitalerhö- hung bereits aufgebraucht war. Dass der Beschuldigte in diesem Zeitpunkt aufgrund einer Nachfrage bei C. glaubte, bei der Zahlung von AN. habe es sich um eine Darlehensrückzahlung gehandelt, kann nicht widerlegt werden. Allerdings wird später noch einmal darauf zurückzukommen sein (vgl. hinten III.7.4.18.).

      6. Am 28. Juli 2009 eröffnete der Beschuldigte für die Geschäftsbeziehung mit C. unter der Rubrik AQ. zwei Privatkonten (EUR, CHF) und ein Kontokorrentkonto (USD) (Urk. 200011; Urk. 111012).

      7. Der Beschuldigte erwähnte mehrfach, C. habe das Trading-Geschäft unter anderem wegen strafrechtlicher Probleme O. s, der sich aus treuhän- derisch verwalteten Vermögenswerten einer älteren Frau bedient habe, in die Schweiz überführen wollen (vgl. etwa Urk. 110003 und Urk. 110006). Über dieses Problem war er also im Bild, seit die Verlegung der Trading-Tätigkeit C. s in die Schweiz ein Thema war. Zudem wurde der Beschuldigte am 4. August 2009 mit einem ihm per Email zugestellten Protokoll einer Gesellschafterversammlung

        bedient, in welchem festgehalten war, dass C.

        und O.

        wegen einer

        Hausdurchsuchung in ihren Geschäftsräumen nicht zur Versammlung hätten erscheinen können (Urk. 81 S. 43 N 3.23. und S. 78 N 2.2.19.+20.). Dass der Beschuldigte aufgrund dessen nicht nur von einem Strafverfahren gegen O. wegen der erwähnten Veruntreuung, sondern auch von einer Untersuchung gegen C. gewusst hätte, lässt sich - entgegen der offensichtlich anderen Auffassung der Anklagebehörde (Urk. 135 S. 6) - dennoch nicht erstellen. Aus der ihm bekannten Veruntreuung von O. und der Notiz im erwähnten Versammlungsprotokoll konnte der Beschuldigte nicht auf Unregelmässigkeiten im vermeintlichen Tradinggeschäft C. s schliessen. Dass die Bestrebungen C. s, sich von O. trennen und die mit ihm betreuten Kundengelder in die Schweiz transferieren zu wollen, für den Beschuldigten angesichts der pendenten Strafverfolgung O. s nachvollziehbar waren, ist vielmehr verständlich. Jedoch waren die Lauterkeit O. s und die von ihm geleistete Vorarbeit angesichts der dem Beschuldigten bekannt gewordenen Veruntreuung in Frage zu stellen. Namentlich die einzige nicht von C. stammende Bestätigung, die er - und auch Investoren - dafür erhalten hatten, dass die sich in einem geschlossenen Umschlag befindliche und damit vor seinen Blicken verborgene - Note einwandfrei sei, war in Zweifel ziehen.

    2. Beginn der Zusammenarbeit im Bereich Trading

      1. Für die weitere Bewertung der Zusammenarbeit mit C. ist die Position des Beschuldigten als Finanzintermediär in diesem Konstrukt von Bedeutung. Da gemäss Art. 2 Abs. 3 lit. e GwG Personen, die berufsmässig fremde Vermögenswerte annehmen oder aufbewahren oder verwalten sowie helfen, dies zu tun, Finanzintermediäre sind und gemäss Art. 2 Abs. 1 lit. a GwG alle Finanzintermediä- re dem Geldwäschereigesetz unterstehen, war C. , der selbst nicht als Finanzintermediär tätig sein konnte, auf die Dienste des Beschuldigten angewiesen (Prot. I S. 12; Urk. 111007). Ein Finanzintermediär gemäss Art. 2 Abs. 3 GwG muss nämlich entweder einer anerkannten Selbsthilfeorganisation angeschlossen oder direkt der Aufsicht der FINMA unterstellt sein (sog. DUFI; Art. 12 lit. c GwG). C. erfüllte im Gegensatz zum Beschuldigten, der bereits der Selbstregulierungsorganisation des Schweizerischen Treuhänderverbands (SROTREUHAND|SUISSE) unterstand, aber keine dieser Voraussetzungen. Als der

        Beschuldigte sich auf die Zusammenarbeit mit C. im Bereich Trading einliess und dabei die Funktion des Finanzintermediärs übernahm, war ihm somit klar, dass er dem ihm bestens bekannten Geldwäschereigesetz, das gemäss Art. 1 die Bekämpfung der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis StGB und die Sicherstellung der Sorgfalt bei Finanzgeschäften regelt, verpflichtet war (Urk. 124015). Die Vorinstanz zählt die gesetzlich und reglementarisch vorgesehenen Sorgfaltspflichten eines Finanzintermediärs zutreffend auf (Urk. 81 S. 65

        N 2.2.6). Es kann daher an dieser Stelle nur wiederholt werden, dass gemäss GwG (in der Fassung vom 1. Februar 2009) die Pflicht zur Identifizierung der Vertragspartei (Art. 3 GwG) ebenso dazu gehört, wie die Pflicht zur Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Person (Art. 4 GwG), die Pflicht zur erneuten Identifizierung oder Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Person bei der Entstehung von Zweifeln im Laufe der Geschäftsbeziehung (Art. 5 GwG), die sich nach dem Risiko, das der Vertragspartner darstellt, richtenden Abklärungspflichten (Art. 6 GwG), die Dokumentationspflicht hinsichtlich der getätigten Transaktionen und der nach dem GwG erforderlichen Abklärungen (Art. 7 GwG) sowie die Pflicht zu organisatorischen Massnahmen (Art. 8 GwG). Richtig ist sodann, dass in der

        Geschäftsbeziehung zwischen dem Beschuldigten und C.

        keine Situation

        gemäss Art. 7a GwG gesehen werden und daher auf die Einhaltung der Sorgfaltspflichten gemäss Art. 3-7 GwG nicht verzichtet werden konnte. Ebenfalls korrekt ist, dass das Reglement der SRO-TREUHAND| SUISSE (nachfolgend: Reglement SRO; jeweils in der Fassung vom 1. Juli 2004 gemäss Urk. 430098 ff.) die Sorgfaltspflichten gestützt auf Art. 25 GwG konkretisiert. Gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. a GwG und Ziff. 3.4.2 Abs. 1 lit. a Reglement SRO gelten als Transaktionen oder Geschäftsbeziehungen mit erhöhtem Risiko solche, die ungewöhnlich erscheinen, es sei denn, ihre Rechtmässigkeit sei erkennbar oder solche, die den Betrag von CHF 500'000.- übersteigen (Ziff. 3.4.2 Abs. 1 lit. f Reglement SRO). Bei Transaktionen mit erhöhtem Risiko muss der Finanzintermediär die wirtschaftlichen Hintergründe und den Zweck einer Transaktion oder einer Geschäftsbeziehung abklären. Der Inhalt der besonderen Abklärungspflicht richtet sich nach Ziff. 3.4.3 Abs. 1 Reglement SRO. Der Finanzintermediär überprüft die Ergebnisse der Abklärungen auf ihre Plausibilität und dokumentiert sie (Ziff. 3.4.3 Abs. 2

        Reglement SRO). Gemäss Ziff. I des Anhangs zum Reglement SRO, darf nicht jede Erklärung des Kunden unbesehen akzeptiert werden.

        An diese Sorgfaltspflichten bzw. deren Verletzung knüpft die Vorinstanz zur Erstellung der Willensseite des Eventualvorsatzes des Beschuldigten an, wobei sie in rechtlicher Hinsicht unter Verweis auf BGE 129 IV 322 E. 3 ausführt, der Tatbestand der Geldwäscherei schütze in Fällen, in denen die Vermögenswerte aus Straftaten gegen Individualinteressen stammten, auch die Vermögensinteressen der durch die Vortat Geschädigten (Urk. 81 S. 65 N 2.2.6.). Dazu ist zunächst zu sagen, dass es sich bei der Geldwäscherei gemäss Art. 305 bis StGB systematisch um ein Delikt gegen die Rechtspflege handelt und damit in erster Linie das öffentliche Interesse an einer funktionierenden Strafrechtspflege und an der Durchsetzung des staatlichen Einziehungsanspruchs schützt. Ferner betraf das von der Vorinstanz zitierte Bundesgerichtsurteil 129 IV 322 keine strafrechtliche Ausgangslage, sondern zivilrechtliche Haftungsansprüche. In diesem später verschiedentlich bestätigten zivilrechtlichen Urteil (BGE 133 III 323 E.5.1. in fine; 4A_54/2008 E. 5.3.3.; 4A_21/2008 = BGE 134 III 529 E.3.1. [nicht publizierte Erwägung]; 6S.426/2006 E.4.1.; 4C.498/2005 E. 4.) stellte sich das Bundesgericht auf den Standpunkt, der Tatbestand der Geldwäscherei gemäss Art. 305bis StGB könne als Schutznorm für das individuelle Vermögen (des durch die Vortat Geschädigten) angesehen werden. Eine Verletzung dieser Schutznorm sei als widerrechtlich nach Art. 41 Abs. 1 OR zu taxieren, was zu einer zivilrechtlichen Haftung für einen damit in Zusammenhang stehenden Schaden führe. Bei seiner Argumentation nahm es auf die in Art. 305bis StGB, aber auch auf die in Art. 70 StGB

        erwähnte Einziehung von Vermögenswerten Bezug. Da der Rückerstattungsanspruch des durch die Straftat Geschädigten der Einziehung von Vermögenswerten durch den Staat vorgehe und die durch Art. 305bis StGB geschützte Einziehung somit nicht allein im Interesse des Staates, sondern ebenso im Interesse des Geschädigten erfolge, diene Art. 305bis StGB (auch) dem Schutz des Vermögens des durch die Vortat Geschädigten. In subjektiver Hinsicht stellte das Bundesgericht sodann klar, dass mindestens Eventualvorsatz erforderlich sei, um Art. 305bis StGB in diesem Sinn als Schutznorm heranziehen und die zivilrechtliche Haftbarkeit bejahen zu können (BGE 133 III 323 = Pra 97 (2008) Nr. 7

        E. 5.2.). Obwohl die Überlegungen des Bundesgerichts die zivilrechtliche und nicht die strafrechtliche Haftbarkeit betreffen, kann das Fazit, dass Art. 305bis StGB als Norm zu betrachten ist, welche auch die individuellen Vermögensinteressen schützt, für die Beurteilung nach strafrechtlichen Gesichtspunkten übernommen werden. Dass aufgrund dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung betreffend Art. 305bis StGB und Art. 41 OR alle weiteren Normen der Geldwä- schereigesetzgebung, insbesondere die Verhaltensvorschriften aus dem Geldwä- schereigesetz (GwG) als Schutznormen für das Individualvermögen gelten sollen, wie die Vorinstanz offenbar schliesst (Urk. 81 S. 65 E. 2.2.6.), trifft allerdings nicht zu. Das Bundesgericht hat vielmehr ausdrücklich verneint, dass es sich bei den Bestimmungen des GwG um Verhaltensnormen, die unmittelbar dem Schutz der individuellen Vermögensinteressen vor Schädigung dienen, handelt. Vielmehr lasse sich die für einen Haftpflichtanspruch nach Art. 41 Abs. 1 OR erforderliche Widerrechtlichkeit nicht unmittelbar aus dem Verstoss gegen eine der Sorgfaltsoder Verhaltenspflichten nach GwG ableiten. Von einer unerlaubten Handlung gemäss Art. 41 OR sei (bloss) dann auszugehen, wenn der Finanzintermediär den Straftatbestand von Art. 305bis StGB vorsätzlich bzw. eventualvorsätzlich erfülle (BGE 134 III 529 E. 4.3.). Soweit die Vorinstanz unter Verweis auf BGE 128 IV 49 E. 2.d aus Normen des Geldwäschereigesetzes (im Sinne von Schutznormen für Individualinteressen) unmittelbar Anhaltspunkte für die Bemessung des höchstzulässigen Risikos für die Inkaufnahme der Tatbestandverwirklichung ableitet, kann ihr daher nicht gefolgt werden. Kommt hinzu, dass der gerade zitierten Bundesgerichtsentscheid kein Vorsatzdelikt, sondern eine fahrlässige Körperverletzung betraf. Daher konnte die für die Annahme fahrlässigen Handelns erforderliche Sorgfaltswidrigkeit problemlos an gesetzliche Verhaltensgebote (konkret ging es um Vorschriften aus dem Waffengesetz) angeknüpft werden. Sowohl die Mittäterschaft am als auch die Gehilfenschaft zum Betrug sind jedoch nur bei vorsätzlichem Handeln strafbar. Um zumindest von eventualvorsätzlichen Mitwirkungsoder Beihilfehandlungen, d.h. der Inkaufnahme, an einem Delikt mitzuwirken oder es zu unterstützen, ausgehen zu können, reichen Verstösse gegen gesetzliche Verhaltensnormen, welche nicht dem Schutz der entsprechenden individuellen Interessen dienen - wie hier eben die Verhaltensnormen des GwG - nicht

        aus. In der gegebenen Konstellation würde nur ein Verstoss gegen Art. 305bis StGB selber genügen, um von der Verletzung einer dem Schutz Dritter dienenden Norm ausgehen zu können. Da davon auszugehen ist, dass die Bestimmung eine bereits abgeschlossene vorsätzliche Vortat erfordert, führt der Umweg über Art. 305bis StGB hier zu einem Zirkelschluss. Demgemäss bleiben die Vorstellungen des Beschuldigten, auf welche aus den gesamten Umständen zu schliessen ist, für die Beurteilung des subjektiven Sachverhalts massgebend. Dabei darf aber der Umgang des Beschuldigten mit den ihn treffenden Sorgfaltspflichten - selbst wenn sie nicht spezifisch dem Schutz des Vermögens der Investoren dienen sollten - als einer von mehreren Aspekten mitberücksichtigt werden.

      2. Sodann fällt auf, dass im Laufe der Zeit verschiedene schriftliche Verträge zwischen C. und dem Beschuldigten aufgesetzt worden waren, welche zu einem guten Teil nie zum Tragen kamen, aber ausgerechnet das hier interessierende, am intensivsten gelebte Vertragsverhältnis mit der grössten Tragweite und den meisten Aussenwirkungen keine eigene schriftliche Regelung erfuhr (vgl.

III.7.2.5. und III.7.6.). Was die gegenseitigen Rechte und Pflichten anbelangt, kann daher nicht auf ein schriftliches Vertragsdokument zurückgegriffen werden, weshalb die Informationen über die getroffenen Abreden nur lückenhaft sind. Mit Bezug auf die Entschädigung des Beschuldigten für seine Dienstleistungen, führte die Verteidigung aus, die Renditen bzw. Gewinne, die aus dem Wertschriftenhandel resultiert hätten, wären zu 60% an den Investor und zu 40% an C. ge-

gangen. Von diesem an C.

fliessenden Anteil hätte der Beschuldigte die

Hälfte erhalten sollen (Urk. 112008; Urk. 200012). Aus der von ihr zum Beweis angerufenen Email geht eine solche Vereinbarung allerdings nicht hervor (Urk. 200079), jedoch aus einer von der Bank AU. im Zusammenhang mit einer Besprechung vom 15. Dezember 2009 angefertigten Skizze (Urk. 114032). Eine Antwort auf die Frage, ob diese Skizze so richtig sei, blieb der Beschuldigte allerdings schuldig (Urk. 114005). Dennoch ist aufgrund dieser Skizze und den Angaben seines eigenen Verteidigers zu schliessen, dass der Beschuldigte davon ausging, 20% der mit den Kundengeldern erzielten Gewinne zu erhalten. In einer Skype-Konversation schrieb der Beschuldigte allerdings, dass er gemäss der mit C. bestehenden Provisionsvereinbarung für Kunden, die er C. für das

Trading zuführe, von der einbehaltenen Provision von 40% einen Viertel, d.h. 10% der Bruttorendite erhalte (Urk. 960203). Trotz gewisser Unklarheiten darf davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigten damit rechnete, einen erheblichen Anteil der Renditen zu erhalten. Dass in der Folge tatsächlich keine Gewinnanteile an ihn flossen, ist - wie die Vorinstanz zutreffend festhielt (Urk. 81 S. 27 N 2.26) - für die weitere Beurteilung seines Tatbeitrages irrelevant, jedoch ein gewichtiges Indiz dafür, dass die Geschäftstätigkeit von C. nicht erfolgreich war. Nebst solchen Gewinnanteilen waren weitere Zuwendungen an den Beschuldigten vorgesehen, wofür auf den angefochtenen Entscheid verwiesen werden kann (Urk. 81 S. 26 f. N 2.26).

      1. In dieser Situation begann der Beschuldigte ab 31. August 2009 auf den bereits vorhandenen Treuhandkonten bei der B. Überweisungen von Kunden C. s entgegen zu nehmen. Namentlich gingen am 31. August 2009 zu-

        nächst CHF 248'000.00 der Kundin BE.

        AG auf dem Treuhandkonto der

        Erbengemeinschaft CB.

        ein, von wo dieser Betrag am am

        2. September 2009 auf das Treuhandkonto Nr. 5 übertragen wurde (Urk. 300269). Am 15. September 2009 folgten auf andere Treuhandkonten Überweisungen von EUR 50'000.00 des Kunden AE. sowie von CHF 82'000.00 ab dem Konto 14 von C. bei der B. (vgl. Anhang1 zur Anklage II.1.-3.). Vorne wurde bereits erwähnt, dass der Betrag von CHF 82'000.00 am 7. August 2009 ebenfalls von der BE. AG, also einer Kundin C. s, auf dessen Konto einbezahlt worden war. Es handelte sich um die einzige Bewegung auf dem Schweizer Franken-Konto C. s. Den Auftrag für die Überweisung dieses Betrages auf sein Treuhandkonto erteilte der entsprechend bevollmächtigte Beschuldigte (Urk. 300073), der umfassend Einblick in das Konto C. s hatte, gleich selbst (vgl. III.7.2.19.). Damit konnte dem Beschuldigten nicht entgangen sein, dass es sich bei diesem Betrag ausschliesslich um das Geld eines Kunden handelte.

      2. Kurz nach diesen Einzahlungen nahm der Beschuldigte aufgrund einer Mitteilung des Verhöramtes für Wirtschaftsdelikte der Kantone Nidwalden, Obwalden und Uri vom 7. September 2009 ein erstes Mal zur Kenntnis, dass eine Zustellung einer Sendung an die von C. jeweils angegebene Adresse [Adresse in

        Deutschland] nicht möglich war, weil die Post ihn als Empfänger nicht ermitteln konnte (Urk. 81 S. 44 N 3.25.; Urk. 125146). Damit bekam der Beschuldigte von Dritten einen ersten Anhaltspunkt, dass mit den Adressangaben, die C. der B. und auch ihm gegenüber gemacht hatte, etwas nicht stimmen konnte.

      3. Da sich C.

        an der bei Privatkonten bestehenden Limite von

        CHF 500'000.00 störte, liess der Beschuldigte die für die Geschäftsbeziehung als Privatkonten eröffneten Treuhandkonten (EUR, CHF) saldieren (vgl. III.7.3.6) und am 8. September 2009 als Kontokorrentkonten (Nr. 7,

        9) neu eröffnen (Urk. 200011; Urk. 200070). Zusätzlich wurde ein Kontokorrentkonto in GBP eröffnet (Nr. 10)

      4. Mit Bezug auf die erwähnten ersten und alle weiteren Einzahlungen, welche von Kunden direkt auf eines seiner Treuhandkonten gemacht wurden, ist zu bemerken, dass der Beschuldigte in seiner Funktion als Finanzintermediär diverse Abklärungen für C. vornahm. Insbesondere erstellte er besondere in deutscher und englischer Sprache gehaltene Formulare (Kundenprofil, Herkunft/Geschichte des Kapitals und Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Person/Formular A), die er von den Kunden ausfüllen liess. Dabei machte er Erhebungen zu ihrem Wohnort und zum Teil zur Herkunft des von ihnen einbezahlten Kapitals, unterzeichnete die GwG-Unterlagen in mindestens einem Fall mit

        Visum des Finanzintermediärs und reichte diese Dokumente der B.

        ein

        (Urk. 81 S. 22 N 2.12 und N 2.13; Urk. 135 S. 3 und Urk. 146). Die Anklagebehör- de weist zu Recht darauf hin (Urk. 175 S. 2), dass solche Abklärungen, die unter dem Namen des Beschuldigten liefen, das Vertrauen der Kunden in die Seriosität von C. für ihn erkennbar förderten.

      5. Von der Vorinstanz zutreffend erstellt wurde, dass der Beschuldigte neben der Bereitstellung der Bankkonten und der Ausführung des Zahlungsverkehrs für C. fortan zahlreiche Dienstleistungen vor allem administrativer Art, namentlich Teile der Korrespondenz und der Kommunikation mit den Kunden und den Banken sowie zum Teil Vermittlern und über seine H. AG die Buchhaltung der N. P. AG erledigte (Urk. 81 S. 23 N 2.14 und 2.15; Urk. 81 S. 23

        N 2.17.; Urk. 81 S. 24 N 2.18 und N 2.19.; Urk. 81 S. 26 N 2.24 und 2.26).

      6. Inwieweit der Beschuldigte über die den jeweiligen Kundeneinzahlungen zu Grunde liegenden Vermögensverwaltungsund Treuhandvereinbarungen und deren Inhalt orientiert war, welche C. mit den jeweiligen Investoren abschloss, ist strittig. Im angefochtenen Entscheid kommt die Vorinstanz zum Ergebnis, der Beschuldigte habe über die Vertragsdokumente verfügt und damit die Möglichkeit gehabt, deren ganzen Inhalt zu lesen. Dass er dies nicht getan habe, sei nicht glaubhaft (Urk. 81 S. 20 ff.).

        Der Beschuldigte hält im Rahmen seiner Berufung indes weiterhin vehement daran fest, im fraglichen Zeitraum den Inhalt dieser Verträge nicht gekannt zu haben. Sie seien ihm zwar zwecks Weiterleitung an die Bank per Email zur Verfügung gestellt worden; er habe sie allerdings mit Ausnahme der Klausel, gemäss welcher C. das Eigentum an den Kundengeldern erhalte, nie gelesen. Die betreffende Klausel habe er für die GwG-Abklärungen benötigt, und C. habe ihn deswegen explizit auf die entsprechende Stelle hingewiesen. Dass er den übrigen Inhalt dieser Treuhandund Vermögensverwaltungsvertrag gekannt haben sollte, lasse sich gestützt auf die Aktenlage nicht erstellen (Urk. 120 N 41 ff.,

        S. 13 - 15; vgl. auch N 57 bis 61).

        Bereits im Vorverfahren räumte der Beschuldigte ein, die fraglichen Verträge bekommen zu haben. Auf nähere Fragen zu einzelnen Klauseln begnügte er sich zunächst noch, auf die Ausführung in der ersten schriftlichen Eingabe seines Verteidigers zu verweisen (Urk. 114006 ff.). Zur Darstellung, wonach er mit Ausnahme der erwähnten Klausel betreffend den Übergang der Anlagen in das wirtschaftliche Eigentum von C. die Verträge nicht kannte bzw. C. ihn nur auf die entsprechende Bestimmung explizit hinwies, kam es erst im Laufe der Untersuchung (Manchmal bekam ich das Geld vor den Verträgen und manchmal umgekehrt. (Urk. 110008), Ich kannte diesen Vertrag nicht. (Urk. 114008) oder Ich hatte schlussendlich alle Verträge, weil ich das GwG gemacht hatte. Ich habe die Verträge aber nicht studiert und ich weiss nicht, ob ich damals vom Inhalt Kenntnis hatte. Das interessierte mich auch nicht, weil dies die Sache von C. war und ich auch nicht involviert war in diese Verträge. Dies abgesehen da-

        von, was die Vertragsbestimmung anbelangte, dass C.

        Eigentümer der Gelder war.

        (Urk. 123007) oder Es sind alle Verträge schlussendlich bei mir [gemeint auf dem Computer]

        gespeichert. (Urk. 123009)). Aufgrund seiner Aussagen steht fest, dass ihm die Vertragsdokumente jeweils kurz vor oder nach Eingang der jeweiligen Kundenzahlungen zugestellt wurden. Die Vorinstanz weist sodann zu Recht auf eine

        Skype-Korrespondenz des Beschuldigten und C.

        vom 25. Juli 2009 hin,

        welche - entgegen einer ersten Behauptung des Beschuldigten - nicht die sog. Direktanleger, sondern nur die Verträge derjenigen Investoren, die auf die Treuhandkonten einzahlten, betroffen haben konnte (vgl. Urk. 123008 f.): Damals schickte der Beschuldigte zunächst acht von ihm vorbereitete GwG-Formulare in deutsch und englisch, die mit den Kunden auszufüllen sein würden, an C. und teilte ihm mit, dass es jetzt eigentlich nur noch den angekündigten Vertrag mit den jeweiligen Kunden brauche, worin insbesondere die Zahlungsabwicklung über ihn (den Beschuldigten) statuiert sowie festgehalten werde, dass er keine Steuerberatung vornehme und worin Gerichtsstandsklauseln enthalten seien (Urk. 960186 f.). Für die Zahlungsabwicklung über ihn bedurfte es somit auch nach dem Verständnis des Beschuldigten einer ausdrücklichen vertraglichen Grundlage, hätte er doch sonst nicht ausdrücklich nach einer entsprechenden Vertragsklausel verlangt. Ausserdem wollte er explizit festgehalten haben, dass von ihm keine Steuerberatung zu erwarten sei. Da ihn diese beiden Punkte explizit interessierten, ist es abwegig anzunehmen, der Beschuldigte habe sich mit der Lektüre einer einzigen Vertragsklausel begnügt und die bei ihm eingegangenen Verträge nicht vollständig auf deren Konformität mit den ihm notwendig scheinenden Punkten hin geprüft. Da er sich besonders auf Stellen, welche die Zahlungsabwicklung über ihn betrafen, konzentrierte, musste er zwangsläufig auf die die Abrechnung und die Kontoführung betreffende Klausel auf Seite 9 der Verträge gestossen sein (z.B. Urk. 970130 f.; vgl. mit kleineren sprachlichen Abweichungen auch Urk. 141, 01004606; Urk. 142, 01001820, 01003414, 01003512, 01004356,

        01004406):

        ( )

        Der Handel, die Abrechnung und die Kontoführung findet statt über das gem. III.a. bezeichnete Referenzkonto. Der Auftragnehmer unterrichtet den Investor jeweils nach Anfall, jedoch

        mindestens 1 mal pro Woche durch Erteilung einer Abrechnung über die getätigten Rechtsgeschäfte.

        ( )

        Dieser Abschnitt verweist auf das Referenzkonto gemäss Ziffer III.a bzw. II.1 auf der nächsten Seite der jeweiligen Verträge. Diese Ziffer musste den Beschuldigte unter dem Stichwort Zahlungsabwicklung über ihn ebenfalls interessiert haben und von ihm gelesen worden sein. Sie hat folgenden Wortlaut:

        III. Laufzeit und Dauer des Vertragsverhältnisses

        Das Investitionsprogramm beginnt unverzüglich nach dem Eintritt folgender Ereignisse:

        1. Eingang des Kapitalanlagebetrages auf dem nachfolgend benannten durch einen Schweizer Treuhänder geführten und überwachten Treuhandkonto.

          Als Treuhandkonto wurde eingerichtet:

          Bank: B. IBAN: CH15 BIC/SWIFT:

          Inhaber: A. Wirtschaftlich Berechtigter; C. .

        2. Eingang des sogenannten Rückscheins ( )

        Der Beschuldigte nahm folglich zur Kenntnis, dass gemäss den Verträgen zwischen C. und seinen Kunden der Handel und die Abrechnung über das auf ihn lautende Referenzbzw. Treuhandkonto stattzufinden hatte. Dabei musste ihm zwangsläufig die von C. s an die Investoren abgegebene Zusicherung, wonach das Zielkonto durch ihn (den Beschuldigten) geführt und überwacht werde, aufgefallen sein. Damit lag auf der Hand, dass den Investoren eine Leistung des Beschuldigten zugesichert wurde, welche nach seinem Verständnis nicht in sein Pflichtenheft als Treuhänder C. s gehörte. Da er von einer Richtigstellung oder Intervention absah, schliesst die Vorinstanz zu Recht, der Beschuldigte

        habe C.

        so zumindest konkludent erlaubt, seine Person als denjenigen

        Schweizer Treuhänder in den Vermögensverwaltungsund Treuhandvereinbarungen aufzuführen, welcher das Treuhandkonto überwache (Urk. 81 S. 20 f. N 2.10). Es mag zutreffen, dass der Beschuldigte keine direkte vertragliche Bindung zu den Kunden C. s einging. Er nahm aber wahr, dass C. vorgab, von ihm (dem Beschuldigten) bei der Erfüllung seiner vertraglichen Verpflichtungen unterstützt bzw. überwacht zu werden. Soweit der Beschuldigte im Rahmen seiner Tätigkeit auf Vertragsverletzungen von C. stiess, kann dies für die Beurteilung, ob ihm das Risiko eines deliktischen Verhaltens seines Vertragspartners bewusst war und ob er sich damit abfand, relevant werden.

        Offenkundig war zunächst, dass diese Verträge nicht annähernd der Übergangslösung entsprachen, für welche der Beschuldigte sich und die Treuhandkonten gemäss seinen Angaben zur Verfügung gestellt haben will (vgl. etwa Urk. 200010;

        Urk. 200014 betreffend Treuhandkonten bei AT.

        und AV. ;

        Urk. 111007; Urk. 111022; Urk. 122002). Der Vertragstext bildete solches in kei-

        ner Weise ab. Dagegen war zwischen dem Beschuldigten und C.

        bereits

        klar, dass das Trading über eine Handelsplattform stattfinden sollte, wenn auch die abschliessenden Entscheide ebenso wenig gefallen wie die notwendigen Formalitäten erledigt waren (Urk. 111022). In dieser Situation machte es aber keinen Sinn, den Anlegern sein Treuhandkonto als Zielund Handelskonto anzupreisen, geschweige denn mit einer Überwachung durch ihn zu locken. Der Wider-

        spruch zwischen den von C.

        mit den Kunden getroffenen und dem Beschuldigten bekannten Abreden und der tatsächlichen Situation war augenfällig. Es lag damit auf der Hand, dass C. schriftliche Abreden mit den Investoren schloss, die er zu keinem Zeitpunkt so einzuhalten beabsichtigte. Der Beschuldigte konnte daher und nicht zuletzt aufgrund seiner früheren Erfahrungen bereits nicht mehr für sich in Anspruch nehmen, in diesem Geschäftssystem im Vertrauen auf die Integrität C. s gehandelt zu haben. Vielmehr verhiess die für den Beschuldigten bereits absehbare Verletzung der für die Investoren zentralen Zusicherung, dass Handel, Abrechnung und Kontoführung auf dem Treuhandkonto stattfinden würden, Schlechtes.

      7. Mit Bezug auf den weiteren Wortlaut der Vermögensverwaltungsund Treuhandverträge betonte der Beschuldigte, dass C. ihm gegenüber erklärt habe, kraft vertraglicher Vereinbarung mit den Kunden Eigentümer und damit wirtschaftlich Berechtigter der auf die Treuhandkonten bei der B. eingehenden Gelder zu sein, wobei er ihm die entsprechende Stelle in den Verträgen gezeigt habe (vgl. etwa Urk. 53 S. 56). Die entsprechende Vertragsklausel lautet wie folgt (z.B. Urk. 970122):

        ( ).

        Mit der Unterzeichnung dieser Vereinbarung und Überweisung des vorgenannten Anlagebetrages auf das nachfolgend unter III.a. benannte Referenzkonto geht das Eigentum an dem Kapitalbetrag auf C. über ( ).

        In anderen Verträgen ist folgende Formulieren zu finden (Urk. 142, 01001812, 01003407, 1003504, 1004348):

        ( ).

        Mit der Unterzeichnung dieser Vereinbarung und Überweisung des vorgenannten Anlagebetrages auf das nachfolgend unter III.1. benannte Treuhandkonto geht das wirtschaftliche Eigentum an dem Kapitalbetrag auf C. über ( ).

        Im angefochtenen Entscheid wird der Umstand, dass der Beschuldigte sich immer wieder auf diese Klausel berief sowie sein Umgang mit dem Begriff der wirtschaftlichen Berechtigung stark kritisiert (Urk. 81 S. 71 ff. N 2.2.12 f.; Urk. 81 S. 81

        N 2.2.24; Urk. 81 S. 83 N 2.2.28; Urk. 81 S. 85 N 2.2.29). Der Beschuldigte wendet ein, in Bezug auf den Begriff des wirtschaftlich Berechtigten herrsche, sobald die Eigentumsund Berechtigungsverhältnisse komplex würden, ohnehin grösste Unklarheit (Urk. 120 N 27). Nachdem es bei der Erfassung der wirtschaftlichen Berechtigung darum gehe, die effektive Kontrolle über bzw. die Berechtigung an Vermögenswerten zu eruieren, habe er (der Beschuldigte) gegenüber der Bank folgerichtig nicht sich selbst, sondern C. als wirtschaftlich Berechtigten deklariert

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