Geschäftsnummer: | 23.3307 |
Eingereicht von: | Schneider Schüttel Ursula |
Einreichungsdatum: | 16.03.2023 |
Stand der Beratung: | |
Zuständigkeit: | Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung |
Schlagwörter: | Bundesrat; Sömmerungsgebiet; Wildtiere; Waldgrenze; Methode; Schafe; Gesundheit; Beantwortung; Fragen:; Schafalpung; Ansicht; Standweiden; Weidesysteme; Subventionen; Habitat; Zonen; Beweidung; Umsetzung; Pilotperimeter; Wendet; HSM-Methode; Entscheidgrundlage; Auszahlung; Direktzahlungen; Sömmerungsbetriebe |
Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Wie beurteilt der Bundesrat die wirtschaftliche und ökologische Bedeutung der Schafalpung im Sömmerungsgebiet, unterteilt nach ober- und unterhalb der Waldgrenze?
2. Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass die Standweiden als "übrige Weidesysteme", auch zu den biodiversitätsschädigenden Subventionen gehören? Wenn nein, warum nicht?
3. Hat der Bundesrat Kenntnis von der "Habitat suitability modeling"-(HSM-)Methode, mit der digital erkannt werden kann, welche Zonen im Sömmerungsgebiet besonders empfindlich auf die Beweidung reagieren? Könnte sich der Bundesrat eine Umsetzung in einem Pilotperimeter vorstellen?
4. Wendet der Bund diese HSM-Methode als Entscheidgrundlage für die Auszahlung von ökologischen Direktzahlungen an Sömmerungsbetriebe an oder gedenkt er, dies zu tun?
5. Welche Einflüsse hat die Schafsömmerung inklusive der Herdenschutzmassnahmen auf die Wildtiere?
6. Wie beurteilt der Bundesrat den Gesundheitszustand der Schafe im Sömmerungsgebiet? Welche negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Wildtiere ist auf die Bestossung mit Schafen oberhalb der Waldgrenze zurückzuführen?
7. Wie wird sichergestellt, dass den Wildtieren im alpinen Raum ein angemessener Lebensraum erhalten bleibt, insbesondere in den kantonalen und eidgenössischen Jagdbanngebieten?
Standweiden sind bei Schafen nachweislich nur dann ökologisch vertretbar, wenn die Besatzdichte tief ist und die Schafe sich gleichmässig auf der Fläche verteilen. Eine gleichmässige Verteilung liegt aber nicht in der Natur des Herdentieres Schaf. Damit sind Standweiden mit Schafen ökologisch problematisch. Im Sömmerungsgebiet gibt es viele Flächen mit hoher Biodiversität, welche besonders empfindlich auf Beweidung reagieren. Ein weiteres Problem ist die Überschneidung der Schafsömmerung im Sömmerungsgebiet mit dem Lebensraum der einheimischen Wildhuftiere. Dies führt in der Praxis immer wieder zu Problemen, wie zum Beispiel Epidemien von Moderhinke und Gämsblindheit. Schafe bilden ein Reservoir für den Erreger der Gämsblindheit, und zurzeit gibt es keine sichere Bekämpfungsmethode, mit der diese Krankheit aus einer Schafherde eliminiert und die Übertragung auf Wildtiere ausgeschlossen werden kann.