Geschäftsnummer: | 22.3112 |
Eingereicht von: | de la Reussille Denis |
Einreichungsdatum: | 14.03.2022 |
Stand der Beratung: | Erledigt |
Zuständigkeit: | Justiz- und Polizeidepartement |
Schlagwörter: | Prozent; Glücksspiel; Person; Personen; Sucht; Bundesrat; Spielsperren; Glücksspiele; Prävention; Untersuchung; Medien; Pressesprecherin; Eidgenössischen; Spielbankenkommission; Eröffnung; Online-Casinos; Zunahme; Spitze; Eisbergs; Betrachtung; Zahlen; Suchtspezialistinnen; Suchtspezialisten; Groupement; études; Lebenszeitprävalenz; Schweiz; Spielsuchtgefährdete |
Eine Untersuchung verschiedener Medien hat gezeigt, dass 2020 10 000 Spielsperren ausgesprochen wurden, während in den Jahren zuvor jeweils rund 4000 Personen gesperrt wurden.
Laut der Pressesprecherin der Eidgenössischen Spielbankenkommission hat die Eröffnung von drei neuen Online-Casinos sicherlich zu dieser Zunahme beigetragen.
Die ausgesprochenen Spielsperren sind vermutlich bloss die Spitze des Eisbergs. Bei Betrachtung der Zahlen der Suchtspezialistinnen und Suchtspezialisten der GREA (Groupement romand d'études des addictions) wird einem mulmig zumute.
- Die Lebenszeitprävalenz von exzessivem Glücksspiel beträgt in der Schweiz 3,3 Prozent(davon 2,18 Prozent Spielsuchtgefährdete und 1,14 Prozent pathologisch Spielende), was rund 220 000 volljährigen Personen entspricht. Bei den Minderjährigen beträgt die Prävalenz 6 Prozent und ist somit doppelt so hoch wie bei den Erwachsenen.
- Von den Personen, die exzessives Glücksspiel praktizieren, sind 90 Prozent verschuldet, 65 Prozent leiden an psychischen Beschwerden und 49 Prozent an körperlichen Gesundheitsproblemen.
- Im Umfeld jeder Person, die exzessives Glücksspiel praktiziert, gibt es zahlreiche weitere Personen, die unter den negativen Auswirkungen dieser Sucht leiden.
- Exzessives Glücksspiel kostet der Allgemeinheit jedes Jahr mehr als 600 Millionen Franken.
Ist der Bundesrat sich dieser Situation bewusst und teilt er diese Sorge?
Gedenkt der Bundesrat, Massnahmen zu treffen, um diesen besonders gefährdeten Teil unserer Bevölkerung zu schützen?
Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass ein Werbeverbot für Glücksspiele ihre Attraktivität verringern könnte?
Zurzeit werden 0,5 Prozent des Bruttoertrags aus Glücksspielen und der Lotterie für die Prävention zur Verfügung gestellt. Müsste dieser Prozentsatz nicht erhöht werden, um über mehr Präventionsmittel zu verfügen?