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Entscheid des Bundesstrafgerichts: BG.2021.43 vom 02.08.2021

Hier finden Sie das Urteil BG.2021.43 vom 02.08.2021 - Beschwerdekammer: Strafverfahren

Sachverhalt des Entscheids BG.2021.43

Der Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral hat den Beschwerdeführer A. wegen mehrfacher Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruchs angeklagt. Der Beschwerdegegner, Kanton Graubünden, beantragte die Überweisung des Falles an die Staatsanwaltschaft Graubünden. Die Eingabe des Beschuldigten vom 8. Juli 2021 wurde der Staatsanwaltschaft Graubünden zugeleitet und es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. Der Beschwerdegegner wünschte, dass das Verfahren weiter in den Kanton Luzern verlegt werden sollte, was jedoch nicht erfolgte.

Urteilsdetails des Bundesstrafgerichts

Instanz:

Bundesstrafgericht

Abteilung:

Beschwerdekammer: Strafverfahren

Fallnummer:

BG.2021.43

Datum:

02.08.2021

Leitsatz/Stichwort:

Schlagwörter

Kanton; Gericht; Graubünden; Staatsanwaltschaft; Luzern; Eingabe; Überweisung; Beschwerdekammer; Verfahren; Verfahren; Verteidiger; Beschuldigten; Beilage; Entscheid; Bundesstrafgericht; Tribunal; Entscheide; Filter; Parteien; Kantons; Überweisungsverfahren; Behörde; Antrag; Gerichtsschreiber; Oberstaatsanwaltschaft; Bundesstrafgerichts; Übernahmeverfügung

Rechtskraft:

Kein Rechtsmittel gegeben

Rechtsgrundlagen des Urteils:

Art. 385 StPO ;Art. 41 StPO ;Art. 91 StPO ;

Kommentar:

Spühler, Basler Kommentar zur ZPO, Art. 321 ZPO ; Art. 311 ZPO, 2017

Entscheid des Bundesstrafgerichts

BG.2021.43

Bundesstrafgericht

Tribunal pénal fédéral

Tribunale penale federale

Tribunal penal federal

Geschäftsnummer: BG.2021.43 Entscheide BStGer Als Filter hinzufügen Link öffnen

Beschluss vom 2. August 2021
Beschwerdekammer

Besetzung

Bundesstrafrichter

Roy Garré, Vorsitz,

Miriam Forni und Stephan Blättler,

Gerichtsschreiber Martin Eckner

Parteien

A. ,

Beschwerdeführer

gegen

1.    Kanton Graubünden, Staatsanwaltschaft,

2.    Kanton Luzern, Oberstaatsanwaltschaft ,

Beschwerdegegner

Gegenstand

Anfechtung des Gerichtsstands ( Art. 41 Abs. 2 StPO)


Sachverhalt:

A. Am 30. Juni 2021 übernahm die Staatsanwaltschaft Graubünden, Abteilung III, von der Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern das Strafverfahren gegen A. wegen mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruchs.

B. Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts erhielt am 15. Juli 2021 ein auf englisch verfasstes Schreiben von A. vom 8. Juli 2021 (Postaufgabe: 09.07.2021): Er habe die Übernahmeverfügung erhalten, sie jedoch nicht mit seinem Anwalt besprechen können. Er schreibe daher selbst. Er wünsche, dass der Kanton Luzern das Verfahren weiterführe. Er wünsche nicht, in einen anderen Kanton verlegt zu werden (act. 1). 

C. Das Gericht setzte dem in der Übernahmeverfügung vom 30. Juni 2021 erwähnten Verteidiger (Rechtsanwalt B.) Frist, um sich nach Art. 385 Abs. 2 StPO zur Eingabe sowie zu einem allfälligen Überweisungsverfahren zu äussern (act. 2).

Der Verteidiger teilte dem Gericht mit, dass die amtliche Verteidigung durch den Kanton Luzern widerrufen worden sei und keine solche im Kanton Graubünden erfolge. Es erübrige sich daher eine Stellungnahme von seiner Seite (act. 3).

Auf telefonische Anfrage des Gerichts vom 29. Juli 2021 teilte die Staatsanwaltschaft Graubünden mit, A. habe keinen Verteidiger (act. 4).

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:

1.

1.1 Anerkennt eine Strafbehörde nach einem Meinungsaustausch ihre Zuständigkeit direkt mittels Verfügung, so muss sie diese in der Regel – um nicht das rechtliche Gehör der Parteien zu verletzen – nach einer beantragten Überweisung überprüfen und neu entscheiden. Bevor eine Verfahrenspartei den Gerichtsstand anfechten kann, muss sie bei der befassten Strafbehörde die Überweisung des Falles an die nach ihrer Ansicht zuständige Strafbehörde beantragen ( TPF 2013 179 Entscheide der Amtlichen Sammlung Als Filter hinzufügen Link öffnen).

1.2 Die dem Gericht vorliegende Eingabe des Beschuldigten vom 8. Juli 2021 äussert keinen klaren Beschwerdewillen. Es kann auch als Überweisungsbegehren verstanden werden, das vom Gericht an die zuständige Stelle weiterzuleiten wäre (vgl. Art. 41 Abs. 1 StPO; Art. 91 Abs. 4 StPO). Es dient der Beschleunigung des Verfahrens, wenn sich die verfahrensführende Behörde mit dem Antrag der Partei auseinandersetzt, bevor sich eine höhere Instanz neu in das Verfahren einarbeiten muss, um den Antrag der Partei beurteilen zu können ( TPF 2013 179 Entscheide der Amtlichen Sammlung Als Filter hinzufügen Link öffnen E. 1.2). Es gab vorliegend dem Anschein nach kein Überweisungsverfahren.

Die Eingabe enthält neben dem Antrag keine rechtlichen oder tatsächlichen Vorbringen, die das Gericht beurteilen könnte. Der Kanton Luzern gab dem Beschuldigten eine amtliche Verteidigung bei. Dies deutet darauf hin, dass eine solche auch im Kanton Graubünden anzuordnen wäre. Es macht vorliegend Sinn, wenn sich ein allfälliger amtlicher Verteidiger zur Eingabe des Beschuldigten äussert. Auch dies spricht für die Durchführung des Überweisungsverfahrens.

1.3 Die Eingabe des Beschuldigten vom 8. Juli 2021 ist zuständigkeitshalber an die Staatsanwaltschaft Graubünden weiterzuleiten.

2. Es sind keine Gerichtsgebühren zu erheben.


Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

1. Die Eingabe von A. vom 8. Juli 2021 wird zuständigkeitshalber der Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden zugeleitet.

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben.

Bellinzona, 2. August 2021

Im Namen der Beschwerdekammer
des Bundesstrafgerichts

Der Präsident:                                                             Der Gerichtsschreiber :

Zustellung an

-              A.

-              Staatsanwaltschaft Graubünden (unter Beilage des Originals von act. 1 mitsamt Beilagen)

-              Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Luzern (unter Beilage einer Kopie von act. 1 mitsamt Beilagen)

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

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Bitte beachten Sie, dass keinen Anspruch auf Aktualität/Richtigkeit/Formatierung und/oder Vollständigkeit besteht und somit jegliche Gewährleistung entfällt. Die Original-Entscheide können Sie unter dem jeweiligen Gericht bestellen oder entnehmen.

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